Experten sehen erneutes Bitcoin-Hoch kritisch


02.02.24 14:30
anleihencheck.de



Bad Marienberg (www.anleihencheck.de) - Nachdem der Bitcoin Anfang Januar 2024 zu einem neuen 52-Wochen-Hoch auf knapp unter 47.000 Dollar ansetzte, ging es auch schon relativ schnell wieder bergab bis auf unter 40.000 Dollar. Aktuell hat sich der Kurs wieder etwas erholt und steht bei 43.000 Dollar. Das zeigt einmal mehr, wie volatil die Kryptowährung ist. Daher sehen viele Experten die Entwicklung des Bitcoins auch kritisch und raten konservativen Anlegern beispielsweise von Investitionen in die Kryptowährung zur Altersvorsorge ab.

Immer wieder mit sagenhaften Aufs und Abs


Das Protokoll für den Bitcoin erschien im Jahr 2009 kurz nach der durch die Pleite der Lehman-Bank ausgelösten Finanzkrise. Mit der Kryptowährung sollte eine für das vom bestehenden Finanzsystem und staatlichen Kontrollen unabhängige Währung geschaffen werden. Lange Zeit, bis zum Ende des Jahres 2017, war es jedoch ruhig um den Bitcoin. Dann ging der erste Hype los, als institutionelle Anleger wie große Hedgefonds die Gelegenheit sahen, schnell Kasse zu machen.

Der Kurs schnellte auf einmal bis auf knapp 16.000 Dollar hoch. Viele Kleinanleger verfielen in Euphorie und setzten sich auf den Zug. Jedoch sahen sie nicht, dass die großen institutionellen Anleger das schnelle Geld machen wollten und stiegen nicht schnell genug aus, als der Kurs wie im Sturzflug auf etwa 3.000 Dollar abstürzte. Anschließend setzte erstmals eine kritische Diskussion um die Kryptowährungen ein.

Die Kritik richtete sich seinerzeit vor allem auf die damals noch geringe Marktkapitalisierung, die schnell zu hohen Ausschlägen führen kann und auf den mangelnden Zusatznutzen vieler Kryptowährungen. Der Einsatz bei grenzüberschreitenden Finanztransaktionen oder im Internet der Dinge waren damals noch in. weiter Ferne. Außerdem gab es seinerzeit kaum Akzeptanzstellen, bei denen mit Bitcoin bezahlt werden konnte.

Geändertes Umfeld


Das Umfeld änderte sich jedoch im Laufe der Zeit. Selbst bei einigen Anbietern für Echtgeldspiele bei denen normalerweise online einzahlen mit einer Paysafe Card möglich ist, konnte auf einmal mit Bitcoin und anderen Token bezahlt werden. Aufgrund der niedrigen Zinsen sahen viele das Spielen mit Bitcoin sogar als ernstzunehmende Anlagemöglichkeit, zumal die Anbieter auch mit ansehnlichen Bonusangeboten locken.

In El Salvador wurde der Bitcoin sogar zum offiziellen Zahlungsmittel erklärt. Im Jahr 2021, inmitten der Covid-19-Pandemie, sahen viele die Kryptowährungen sogar als sicheren Hafen für ihr Geld, da sei eine langanhaltende Wirtschaftskrise befürchteten. Die Folge war, dass der Bitcoin sein Allzeit-Hoch im Oktober 2021 mit über 60.000 Dollar erreichte. Bei. so viel Geld im Markt und dem extremen Kurshoch wollten allerdings viele auch gleich Kasse machen, sodass der Bitcoin abermals kräftig abstürzte.

Der aktuelle neuerliche Kursanstieg wird vor allem von die Zinserwartungen und der Inflation getrieben. Außerdem hoffen viele, dass das bevorstehende Bitcoin Halving und die Zulassung von Bitcoin ETF noch mehr Geld in den Markt treiben.

Warum sich der Bitcoin nicht für die Altersvorsorge eignet?


Die dargestellten überdimensionalen Schwankungen des Bitcoin-Kurses machen deutlich, dass es sich bei Investitionen in den Bitcoin um riskante Investitionen handelt. Für eine solide Altersvorsorge ist es wichtig, dass das angesparte beziehungsweise investierte Geld genau zum Renteneintritt zur Verfügung steht und dann über die Restlebenszeit entnommen werden kann. Genau das kann jedoch mit der Volatilität des Bitcoins nicht garantiert werden. Selbst Bitcoin ETFs oder ETNs können das nicht garantieren, da sie ja auf nur einem Asset, also der zugrundeliegenden Kryptowährung, basieren. Daher sollten monatliche Spar- und Investitionsbeträge nicht ausschließlich in Kryptowährungen angelegt werden. Besser sind "normale" ETFs auf Indizes oder auch Aktienfonds geeignet, wobei auch hier auf eine gesunde Risikomischung beachtet werden sollte.

Gegen die Nutzung als langfristige Anlageform zur Absicherung sprechen aber noch weitere Risiken. So ist das Bitcoin Mining extrem energieintensiv. Einzelne Länder haben daher bereits verboten, dass auf ihren Territorium Mining-Zentren betrieben werden. Hinzu kommt, dass in einigen Ländern, wie zum Beispiel China mittlerweile Bitcoin-Transaktionen jeglicher Art untersagt sind. Außerdem haben die Aufsichtsbehörden in vielen westlichen Ländern sehr restriktive Regelungen geschaffen, um zu verhindern, dass es mit derivativen Produkten auf Kryptowährungen zu übermäßigen Risiken für den jeweils eigenen Finanzmarkt kommt.

Die Kryptobörse Binance beispielsweise hat sich daher längst vom deutschen Markt verabschiedet, dass sie den strengen deutschen Finanzaufsichtsregeln nicht nachkommen konnte oder wollte. Die einzig verbliebene Anlagemöglichkeit sind neben dem direkten Kauf von Bitcoin, der mit vergleichsweise hohen Transaktionsgebühren verbunden ist, der Kauf von ETN-Anteilen. Bitcoin ETFs dürfen in Deutschland nicht angeboten werden, da sie nur auf einem Asset basieren und somit nicht genügend Diversifizierung bieten.

Wer etwas Geld übrig hat, kann gerne spekulieren


Solange nicht das ganze Geld in riskante Anlagen gesteckt wird, spricht jedoch nichts dagegen, einen kleineren Teil des vorhandenen Geldes in Bitcoin oder andere Kryptowährungen zu investieren und Kursgewinne mitzunehmen. Wichtig ist, dass die Anlage als kurzfristig betrachtet werden sollte. Darüber hinaus sollte der Markt am besten täglich beobachtet werden, um nicht von einem steilen Abwärtstrend getroffen zu werden. Am besten eignen sich hierfür die bereits besprochenen ETNs. Der Erwerb und der Verkauf der Anteile sind relativ günstig.

Beim Verkauf der Anteile ist die Rücknahme durch die Ausgeber zudem garantiert. Einige Beispiele für ETNs, die auch über deutsche Börsenplätze gehandelt werden können sind VanEck Bitcoin ETN, Invesco Physical Bitcoin ETN oder Global X Bitcoin ETP. Die durchschnittlichen Kosten für den Erwerb und das Halten der Anteile liegen meist unter 1 %. Wer mit Bitcoin ETNs spekulieren will, sollte sich außerdem einen passenden Online Broker suchen. Dieser sollte seinen Sitz in der EU haben und auch ein Demokonto zum Kennenlernen der wichtigsten Orderarten und Risikotools wie Stopp-Losses haben. (02.02.2024/alc/n/a)







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