Schweden: Kerninflationsrate mit anhaltendem Aufwärtsdruck


30.11.22 10:30
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die schwedische Wirtschaft kehrte im September überraschend auf den Wachstumspfad zurück, so die Analysten von Postbank Research.

Der monatliche BIP-Indikator habe einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 1,0 Prozent zum Vormonat signalisiert. Der Einkaufsmanagerindex der Industrie sei im Oktober mit nun 46,8 Punkten jedoch deutlich unter die Expansionsschwelle bei 50 Punkten gesunken und sende hiermit ein Warnsignal für das vierte Quartal. Während die Industrieaufträge im September wieder zahlreicher eingegangen seien, lahme der Konsum weiterhin.

Mit 10,9 Prozent habe die Inflationsrate ein neues Hoch erzielt. Dies sei zwar nur ein Anstieg um 0,1 Prozentpunkte zum Vormonat gewesen. Die Zielinflationsrate der Sverige Riksbank, die sogenannte CPIF, die Zinszahlungen auf Hypothekenkredite ausschließe, sei zwar überraschend von 9,7 auf 9,3 Prozent gesunken. Die CPIF-Inflationsrate sei jedoch genauso überraschend von 7,4 auf 7,9 Prozent gestiegen, wenn man Energiepreisveränderungen herausrechne.

Problematisch für die Geldpolitik sei, dass viele Hypothekenkredite in Schweden variabel verzinst seien. Nachdem die Riksbank den Leitzins auf ihrer September-Sitzung überraschend um 100 bp auf 1,75 Prozent angehoben habe, habe sie Ende November mit 75 bp nachgelegt. Die Riksbank sehe sich jedoch nun in der Nähe der Terminal Rate.

In einem risikofreundlicheren Umfeld habe die Krone den Fall zum Euro abbremsen können, könnte auf Sechs-Monatssicht allerdings von aktuell EUR/SEK 10,898 auf EUR/SEK 11,50 abwerten. (Ausgabe Dezember 2022) (30.11.2022/alc/a/a)