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Politische Themen im Vordergrund


21.05.19 09:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Finanzmärkte werden derzeit von politischen Themen beeinflusst, so die Analysten der Helaba.

Zu nennen seien die ins Stocken geratenen Handelsgespräche zwischen den USA und China und der sich zuspitzende Irankonflikt. Darüber hinaus scheine die Wahrscheinlichkeit eines harten "Brexit" wieder zuzunehmen, nachdem die Verhandlungen zwischen den regierenden Tories und der oppositionellen Labour-Partei gescheitert seien und Premierministerin May über das Austrittsabkommen zum vierten Mal und mit geringen Erfolgschancen abstimmen lassen wolle.

Für Gesprächsstoff sorge zudem Italien, das auf Konfrontationskurs mit der EU sei. Defizitsorgen gebe es auch in Griechenland, und in Österreich stünden mit dem Bruch der Regierungskoalition Neuwahlen auf dem Programm. Nicht zu vergessen seien die EU-Wahlen in dieser Woche, bei denen ein Erstarken rechtspopulistischer Parteien befürchtet werde. In dieser politischen Gemengelage würden konjunkturelle Datenveröffentlichungen in den Hintergrund treten. Dies liege aber auch daran, dass es derzeit nur wenige Einträge gebe.

Zu erwähnen seien heute die Eigenheimverkäufe in den USA. Insgesamt habe der Bausektor bereits in den letzten Wochen und Monaten wieder überwiegend freundliche Zahlen geliefert. Die neuerlichen Anstiege des Branchenbarometers (NAHB-Index), der Neubauverkäufe (seit Jahresbeginn drei Monate in Folge) sowie der Baubeginne und -genehmigungen seien hervorzuheben. Die heute anstehenden Eigenheimverkäufe des Monats April könnten sich in diese Serie einreihen, denn vonseiten der schwebenden Hausverkäufe gebe es eine positive Indikation.

Aufgrund der sehr starken Erholung schon im Februar und des damit einhergehenden hohen Niveaus der Verkaufsaktivitäten - ungeachtet des Rücksetzers im März - würden die Analysten gegenüber der Konsensschätzung aber kein positives Überraschungspotenzial sehen. Die Preisentwicklung sollte zudem weiterhin moderat sein. Zuletzt habe der Medianpreis eine Vorjahresrate von 3,8% aufgewiesen. Konjunkturelle Sorgen würden vor diesem Hintergrund nicht geschürt, dass die vorhandenen Zinssenkungsfantasien bezüglich der FED aber verdrängt würden, würden die Analysten nicht für wahrscheinlich halten. (21.05.2019/alc/a/a)