Polen: Inflation zeigt sich hartnäckig - Konjunkturaussichten 2023 durchwachsen


23.03.23 09:58
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Um 4,9 Prozent wuchs die Wirtschaft Polens im Jahr 2022, so die Analysten von Postbank Research.

Während der private Konsum unter den Realeinkommensverlusten durch die hohe Inflation belastet worden sei, hätten ein noch starker Nettoexport sowie hohe Bruttoinvestitionen für Wachstumsimpulse gesorgt. Allerdings dürfte eine schwache Binnennachfrage das Wachstum 2023 deutlich belasten. Die Postbank rechne lediglich mit einem Zuwachs des Bruttoinlandsprodukt in Höhe von rund einem Prozent.

Die nachlassende inländische Nachfrage sollte sich zwar dämpfend auf die weitere Preisentwicklung auswirken. Allerdings habe sich auch in Polen die Kerninflation als relativ hartnäckig gezeigt. Ein stärker als erwartetes Lohnwachstum lasse auf anhaltend hohe Inflationsraten auch in der Zukunft schließen. Inflationstreibend könnten zudem die polnischen Parlamentswahlen Ende 2023 wirken. Es werde erwartet, dass die Regierung durch weitere fiskalpolitische Stimuli versuchen könnte, die Wahlen zu ihren Gunsten zu beeinflussen.

Analysten würden schätzen, dass die Notenbank am Ende ihres Zinsanhebungszyklus angekommen sei. Der nächste Schritt wäre daher eine Leitzinssenkung. Allerdings erscheine es unwahrscheinlich, dass diese bald geschehen werde. Die Postbank rechne frühestens zum Ende des Jahres mit einem solchen Schritt.

Die Postbank erwarte in den kommenden sechs Monaten, dass der Wechselkurs des Polnischen Zloty von aktuellen EUR/PLN 4,709 nur wenig verändere. (Währungsbulletin April 2023) (23.03.2023/alc/a/a)





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