Investmentidee: Preisanpassungen als Antwort - Unilever und Henkel im Fokus - Anleiheanalyse


22.11.23 09:07
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel sind Konsumgütermarken eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Anleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Bei einem Einkauf im Supermarkt würden Verbraucher häufig zu Produkten großer Konsumgütermarken wie Nestlé, P&G, PepsiCo, Unilever oder Henkel greifen. Obwohl der Mutterkonzern nicht immer direkt offensichtlich sei, könne man bei genauerem Hinsehen erkennen, zu welchem Unternehmen die Marke gehöre. So sei Persil ein Teil von Henkel und das bekannte Magnum-Eis gehöre zum Unilever-Konzern.

Durch das angespannte makroökonomische Umfeld und der aktuell immer noch erhöhten Inflationsrate (+3,8 Prozent im Oktober 2023), sitze das Geld bei vielen Privatpersonen nicht mehr so locker. Häufig werde dabei zuerst auf größere Anschaffungen verzichtet, allerdings müssten viele Konsumenten auch beim täglichen Einkauf vermehrt auf den Preis achten. Hier werde dann auch statt dem Markenprodukt eher die preisgünstigere Eigenemarke gekauft.

In diesem angespannten Umfeld stelle sich die Frage, wie stark sich diese Veränderungen in den Umsatzzahlen widerspiegeln und mit welchen Maßnahmen die Unternehmen der Entwicklung entgegenwirken würden.

Unilevers Umsatzerlöse seien in die Geschäftsbereiche Beauty & Wellbeing, Personal Care, Home Care, Nutrition und Ice Cream unterteilt. Zu den bekannten Marken würden Langnese, Axe, Dove, Vaseline und Knorr gehören. Die Umsatzerlöse im dritten Quartal hätten im vergangen Geschäftsquartal bei 15,2 Milliarden Euro gelegen. Der Bereich Personal Care habe mit 24 Prozent den größten Anteil hierbei ausgemacht.

Über alle Bereiche habe Unilever seine Preise in den vergangen neun Monaten um 8,1 Prozent erhöht. Beim Volumen sei das Wachstum um 0,4 Prozent gesunken, aber mittels Anhebung der Verkaufspreise habe der Umsatz insgesamt um 7,7 Prozent erhöht werden können.

Unilever konzentriere sich besonders auf seine "30 Power Brands", zu denen 14 Marken gehören würden, die einen Umsatz von über einer Milliarde Euro generiert hätten. Darüber hinaus seien 16 weitere Marken in dieser exklusiven Liste vertreten, die das Potenzial hätten, ebenfalls diese Größenordnung zu erreichen. Die Bedeutung dieser dreißig Marken zeige sich darin, dass ihr Anteil am Konzernumsatz 70 Prozent betrage.

Entsprechend liege ein besonderer Fokus auf diesen 30 "Erfolgsgaranten", denen ein bevorzugter Zugang zu Kapital und Ressourcen gewährt werde. Unilever betone jedoch, dass die anderen Marken nicht verkauft oder deinvestiert werden sollten. Stattdessen liege der Fokus auf den Power Brands, um deren Marktmacht zu festigen beziehungsweise weiter auszubauen.

Hierunter verstehe man, dass die Produkte in sechs Kategorien auf das höchste Niveau gebracht würden, um den Konkurrenzprodukten überlegen zu sein. Umgesetzt werde dieses Ziel durch Anpassungen und Verbesserungen am Produkt selbst, an der Verpackung oder auch im Marketing. Diese gezielte Fokussierung auf bestimmte Marken sei ein essenzieller Baustein in der Strategie von Unilever.

Anfang November habe auch Henkel seine Quartalszahlen für das dritte Geschäftsquartal vorgelegt. Bei Henkel habe die Sparte Consumer Brands 2,7 Milliarden Euro zu den 5,4 Milliarden Euro Gesamtumsatz im dritten Quartal beigetragen.

Im Consumer Brands Bereich sei der Umsatz nominal um 7,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresniveau gesunken. Organisch (bereinigt um Wechselkurseffekte und Akquisition/Divestments) sei der Umsatz jedoch um 6,2 Prozent gestiegen. Die Anzahl verkaufter Produkte sei hierbei um 5,7 Prozent gesunken, was allerdings durch eine Preiserhöhung im zweistelligen Prozentbereich habe überkompensiert werden können.

Insgesamt sei zu sehen, dass Konsumenten weniger kaufen bzw. auf kostengünstigere Produkte ausweichen würden. Scheinbar sei die Markentreue aktuell noch hoch genug, dass die großen Marken zwar bereits einen gewissen Volumenrückgang merken würden. Dennoch könne dies aktuell noch gut durch erhöhte Verkaufspreise abgefedert werden. Insgesamt stünden den Firmen herausfordernde Zeiten entgegen, wobei sie jedoch durch ihre Preissetzungsmacht eine gute Ausgangslage hätten.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel eine Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) auf die Aktien von L'Oréal (ISIN FR0000120321 / WKN 853888), Unilever und die Vorzugsaktie von Henkel. Die Multi Aktienanleihe sei mit einem Nennbetrag von 1.000,00 EUR sowie einem Kupon von 8,75% p.a. ausgestattet. Der Basispreis betrage 100,00%. Die Barriere liege bei 70,00%. Fällig werde die Anleihe am 31. Dezember 2024. Die Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) könne noch bis zum 4. Dezember 2023 gezeichnet werden.

Marktrisiko / Preisänderungsrisiko: Der Wert des Zertifikats könne während der Laufzeit durch die marktpreisbestimmenden Faktoren auch deutlich unter den Erwerbspreis fallen, wenn der Wert des Basiswerts falle.

Emittenten- / Bonitätsrisiko: Anleger seien dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit / Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen könnten. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde könne im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals sei möglich. Das Produkt unterliege als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung.

Korrelationsrisiko: Multi Aktienanleihen mit Barriere (Worst of): Dieser Typ der Aktienanleihen beziehe sich auf mehrere Basiswerte. Damit sei der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreiche. Anleger sollten beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags der Basiswert maßgeblich sei, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt habe (sog. Worst-of-Struktur). Das Risiko eines Verlusts des investierten Kapitals sei daher bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert. (Ausgabe vom 21.11.2023) (22.11.2023/alc/a/a)

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