Inflation in EU über 8% - Schweizerische Nationalbank hebt Leitzins an


20.06.22 10:00
Oberbank

Linz (www.anleihencheck.de) - Eurostat veröffentlichte am Freitag aktualisierte Inflationsdaten für den Mai, so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.

Im Euroraum seien die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 8,1% gestiegen. In allen EU-Mitgliedstaaten außer in den Niederlanden sei die Inflationsrate gegenüber dem Vormonat gestiegen. Am höchsten sei sie in den baltischen Staaten Estland (+20,1%!), Litauen und Lettland und am niedrigsten mit 5,8% in Frankreich und Malta. In der gesamten EU betrage die Inflationsrate 8,8%, in den Nicht-Euro-Ländern also noch mehr als im Euroraum. Länder wie Tschechien (+15,2%), Polen (+12,8%) und Ungarn (+10,8%) würden zwar inflationsmäßig zu den "Top 10" EU-Mitgliedstaaten gehören, sie würden aber schon seit einem Jahr ihre Geldpolitiken straffen. Dies könnte ab dem zweiten Halbjahr Wirkung zeigen und die Inflation in diesen Ländern im Sommer die Höchstwerte erreicht haben. Die EZB hingegen scheine eher um Spreads bei italienischen Staatsanleihen besorgt zu sein als um ihr eigentliches Ziel einer Inflation von 2,0%.

Nachdem sogar die Schweizerische Nationalbank letzte Woche ihren Leitzinssatz um einen halben Prozentpunkt erhöht habe (bei einer Inflationsrate von "nur" 2,9%), werde die EZB höchstwahrscheinlich erst in einem Monat einen ersten Zinsschritt setzen, laut Ankündigung von der letzten Zinssitzung aber lediglich um 25 Basispunkte. Erst nach dem nächsten Schritt im September dürften die Negativzinsen am kurzen Ende der EUR-Zinskurve beseitigt sein. Dies belaste den Euro, der gegenüber dem US-Dollar heute Morgen um 1,0500 gehandelt werde. (20.06.2022/alc/a/a)




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