Heute im Fokus: Zins- und Inflationserwartungen


04.12.23 08:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Marktteilnehmer setzen darauf, dass die US-Notenbank und die Europäische Zentralbank das Zinsplateau erreicht haben und die nächsten Schritte nach unten gerichtet sein werden, so die Analysten der Helaba.

Gründe dafür gebe es einige: Zuvorderst sei es zu einem weiteren Rückgang des Inflationsdrucks gekommen und auch die Inflationserwartungen seien im Trend gen Süden gerichtet - sowohl in der Eurozone als auch in den USA. Zwar würden Notenbankvertreter versuchen, die Zinssenkungsspekulationen einzugrenzen und es vermeiden, den Zinserhöhungszyklus als beendet zu erklären. Man lasse sich aber alle Optionen offen und der Fortschritt des Inflationsrückgangs werde betont und die Geldpolitik vor allem in der Eurozone werde als restriktiv und gut aufgestellt bezeichnet.

Die nächsten Notenbanksitzungen würden näher rücken. Bereits in der kommenden Woche würden die FED und die EZB über das weitere, geldpolitische Vorgehen entscheiden. Viele Hinweise vonseiten der Währungshüter werde es bis dahin nicht mehr geben, denn in dieser Woche stünden kaum Reden an und eine Woche vor der Entscheidung beginne die "blackout period", in der sich die Zentralbanker nicht mehr zur Geldpolitik äußern würden.

Das datenseitige Interesse richte sich auf den ISM-Index im Servicebereich (Dienstag) und den Arbeitsmarktbericht (Freitag). Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe würden auf eine etwas geringere Dynamik des Beschäftigungsaufbaus schließen lassen, von Schwäche könne bislang aber nicht die Rede sein und eine solche zeichne sich auch für den November nicht ab. Mit Blick auf den ISM-Serviceindex sei auf das Pendant im Verarbeitenden Gewerbe verwiesen, das im November stagniert habe und damit deutlich unterhalb der Expansionsschwelle liege. Vor diesem Hintergrund sollten die Erwartungen für den Dienstleistungssektor nicht zu hochgesteckt werden. (04.12.2023/alc/a/a)