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Deutschland: Inflation bleibt hoch


24.09.21 15:00
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die in der neuen Woche zur Veröffentlichung anstehenden deutschen Verbraucherpreise werden seitens der Marktteilnehmer wohl mit großer Aufmerksamkeit verfolgt, so die Analysten der Helaba.

Zuletzt habe sich die Europäische Zentralbank recht gelassen gezeigt, obwohl die Inflationsraten in der Eurozone kräftig gestiegen seien. Vor allem temporäre Effekte wie Steuererhöhungen und der Ölpreisanstieg würden genannt, um etwaigen Handlungsbedarf der Währungshüter herunterzuspielen. Dennoch: Die Inflationsrate in Deutschland liege aktuell in der Nähe von 4% und selbst wenn die oben genannten Effekte an Wirkung verlieren würden, sei aber eine Rückkehr zu der Niedriginflationsphase der vergangenen Jahre nicht zu erwarten.

Die preislichen Perspektiven müssten von den Zentralbankern im Auge behalten werden, zumal die Inflationserwartungen im Trend steigen würden. Hinweise auf einen nachlassenden Preisdruck gebe es aktuell nicht. Auf der Vorproduktebene habe es kräftige Anstiege gegeben (+12% gg. Vj.), die Lieferengpässe seien noch nicht behoben und bei den Rohstoffen würden Preise wieder anziehen. Dies gelte insbesondere für Erdgas, aber zuletzt auch für Rohöl.

Alles in allem würden die Analysten für die deutsche Inflation ein Plus von 0,2% im Monatsvergleich erwarten. Bei der Jahresrate des zu Ende gehenden Monats würden sie aufgrund eines Basiseffektes mit einem Anstieg rechnen. Die 4%-Marke könnte überschritten werden. (24.09.2021/alc/a/a)