Bundesanleihen: Kurse nach Inflationsdaten weiter zugelegt


30.11.23 08:35
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Nach den Inflationsdaten aus Deutschland haben die Kurse von Bundesanleihen weiter zugelegt, die Rendite zehnjähriger Anleihen fiel bis auf 2,41%, so die Analysten der Nord LB.

Auch in den USA seien die Renditen weiter im Rückwärtsgang gewesen. An den Terminmärkten seien die Wetten auf eine erste Zinssenkung der FED bereits im März 2024 auf 46,4% gestiegen (Vortag: 34,6%). Die Mehrheit der Anleger rechne fest mit einer ersten Zinssenkung spätestens im Sommer 2024.

Laut dem gestern Abend veröffentlichten Beige Book, dem Konjunkturbericht der US Notenbank FED, habe sich die Wirtschaft der Vereinigten Staaten in den vergangenen Wochen etwas schwächer als zuvor entwickelt. Hiernach hätten vier Notenbankbezirke von einem moderaten Wachstum berichtet, zwei von einer Stagnation und sechs von einer leicht rückläufigen Entwicklung.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes werde die Inflationsrate in Deutschland im November im Vergleich zum Vorjahresmonat voraussichtlich +3,2% betragen. Gerechnet worden sei lediglich mit einer Rate von 3,5%. Zum Oktober 2023 seien die Preise um voraussichtlich 0,4% gesunken. Ausschlaggebend für den Rückgang der Inflation auf den niedrigsten Stand seit Juni 2021 seien weiterhin vor allem die Energiepreise gewesen, die einen Rückgang um 4,5% gegenüber November 2022 aufgewiesen hätten. Nahrungsmittel seien zum Vorjahr zwar um 5,5% teurer geworden, allerdings seien die Preise nicht mehr so stark gestiegen wie in den Vormonaten. Die Kerninflation, bei der Nahrungsmittel und Energie unberücksichtigt bleiben würden, liege y/y voraussichtlich bei +3,8%.

Am heutigen Vormittag würden zunächst einmal neue Indikatoren zur Lage auf den Arbeitsmärkten in Deutschland und später dann in der Eurozone dominieren. Marktrelevanter und bedeutsamer für die EZB würden aber die Zahlen zur europäischen Inflationsrate sein, wenngleich bereits die Werte aus einigen größeren Ländern der Eurozone zur Schätzung vorlägen. So dürfte der CPI Flash Estimate für November immerhin auf "nur" noch 2,8% Y/Y fallen.

Am Nachmittag seien die persönlichen Einkommen und Ausgaben aus den USA für Oktober von großem Marktinteresse, würden sie doch frühzeitige Schlüsse auf die zu erwartende Konsumneigung und damit auch auf das BIP-Wachstum im vierten Quartal zulassen. Der Tag werde abgerundet aus den USA mit den zuletzt wieder gefallenen wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe sowie dem zuletzt schwachen MNI Chicago PMI als letzter Hinweisgeber vor dem morgigen ISM PMI. (30.11.2023/alc/a/a)