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Zinserwartungen im Vergleich


25.11.22 08:37
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die größeren Bewegungen waren zuletzt bei den US-Zinserwartungen festzustellen, so die Analysten der Helaba.

Nachdem mehrere FOMC-Mitglieder Werte von 5% oder darüber für die "terminal rate" in die Diskussion gebracht hätten, seien die Zinserwartungen zunächst nochmals leicht angestiegen, nur um nach dem FOMC-Sitzungsprotokoll wieder nachzugeben. Das FED-Protokoll sei weitgehend "dovish" interpretiert worden, weil die Mehrheit der Geldpolitiker eine baldige Drosselung des Zinserhöhungstempos befürworte und gleichzeitig nicht von einer höheren "terminal rate" ausgehe. Zudem sei das Rezessionsrisiko auf 50% beziffert worden, was insbesondere die längerfristigen Zinserwartungen gedrückt habe. Während bezüglich der FED bereits auf Zinssenkungen spätestens ab Herbst kommenden Jahres spekuliert werde, sei diese Erwartung in der Eurozone nicht so ausgeprägt. Insgesamt preise der Markt im Hinblick auf die EZB aber einen deutlich niedrigeren Zinsgipfel ein. Die überwiegend "hawkishen" EZB-Kommentare und eine Serie von verbesserten Stimmungsindikatoren, die gestern mit dem ifo-Geschäftsklima Deutschland eine Fortsetzung gefunden habe, hätten nichts daran geändert.

Datenseitig würden sich die Blicke bereits am frühen Morgen auf das BIP und das GfK-Verbrauchervertrauen in Deutschland richten. Das BIP habe den vorläufigen Zahlen zufolge mit einem Plus von 0,3% gg. Vq. im dritten Quartal überrascht und mit einer Revision sei nicht zu rechnen. Derweil sollte die Konsumstimmung, wohlgemerkt auf tiefem Niveau, leicht zulegen. Wesentliche Impulse für das Marktgeschehen erwarten die Analysten der Helaba nicht, auch nicht von den EZB-Redebeiträgen. (25.11.2022/alc/a/a)