Erweiterte Funktionen

Zinsanstieg verfestigt sich


05.09.22 13:30
DekaBank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Auch in der vergangenen Börsenwoche blieb die Inflation an den Finanzmärkten das beherrschende Thema, berichten die Analysten der DekaBank.

Die Notenbanken diesseits und jenseits des Atlantiks würden immer stärker deutlich machen, dass aus ihrer Sicht mit den Inflationszahlen nicht zu spaßen sei. So hätten sich jetzt die Stimmen aus dem europäischen Zentralbankrat gemehrt, die bei der kommenden Sitzung im September eine Anhebung der Leitzinsen im Euroraum um drei viertel Prozentpunkte fordern würden. Angesichts des enormen öffentlichen Drucks, der mittlerweile von der ausufernden Teuerung ausgehe, würden den Tauben im Zentralbankrat, also den Mitgliedern, die traditionell eher für eine laxere Geldpolitik plädieren würden, die Argumente ausgehen.

Die Zinsen seien also zurückgekommen, um zu bleiben. Sie würden wohl eher ein wenig mehr steigen als viele Finanzmarktteilnehmer erhofft hätten. Diese enttäuschten Hoffnungen seien es gewesen, die an den Aktienmärkten nach der Zwischenerholung im August nun wieder zu deutlichen Korrekturen nach unten geführt hätten. Zusätzlich würden die Unsicherheiten über die Konjunktur im Winter zu der gegenwärtigen schlechten Stimmung an den Börsen beitragen. Gasprom habe nach dem europäischen Börsenschluss am Freitag darüber informiert, dass ein Leck in Nord Stream 1 gefunden worden sei und daher vorerst kein Gas mehr geliefert werden könne. Daraufhin hätten die Aktienmärkte deutlich korrigiert und Staatsanleihen seien gefragt gewesen.

Diese Woche biete der volkswirtschaftliche Kalender nur wenige bedeutende Datenpunkte bzw. Ereignisse. Die Blicke würden sich zum einen auf den Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank am Donnerstag richten. Zum anderen bleibe die Gasversorgungssituation ein viel beachtetes Thema. (05.09.2022/alc/a/a)