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Zinsanhebungspause der FED rückt näher


10.01.23 09:45
DONNER & REUSCHEL AG

Hamburg (www.anleihencheck.de) - Nach den S&P Global Einkaufsmanagerindices fielen zuletzt auch die vom ISM erhobenen Umfragen zur Unternehmensstimmung erstmals seit Frühjahr 2020 unter die entscheidende Marke von 50 Punkten und signalisieren damit eine abnehmende Produktion in den kommenden Monaten, so Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank DONNER & REUSCHEL AG.

Während die Industrieunternehmen bereits eine Abkühlung der Wachstumsdynamik angezeigt hätten, sei der Indikator für den Dienstleistungsbereich erst kürzlich abgestürzt - von 56,5 auf 49,6 Punkte. Besonders schwach seien die aktuelle Geschäftsaktivität und der Eingang neuer Aufträge berichtet worden. Der Beschäftigungsindex habe leicht nachgegeben und lasse erwarten, dass der kürzlich veröffentlichte Dezember-Arbeitsmarktbericht mit einer auf 3,5 Prozent gesunkenen Arbeitslosenquote und einer unerwartet hohen Anzahl neuer Beschäftigungsverhältnisse vorerst die letzte positive Überraschung gewesen sein dürfte. Die Anzahl der befristeten Jobs habe bereits abgenommen.

Deutlich sei zudem geworden, dass sich der Anstieg der durchschnittlichen Stundenlöhne mit nur noch 4,6 Prozent im Vergleich zu 5,1 Prozent im Vorjahr weiter abgeschwächt habe und der Inflationsdruck damit auch vonseiten der Löhne schwächer werde. Passend dazu habe auch die Preiskomponente des ISM-Index erneut nachgegeben, womit die am Freitag zur Veröffentlichung anstehenden Dezember-Inflationsdaten weiter sinken sollten.

Da sich der US-Immobilienmarkt schon massiv abgekühlt habe und Unternehmen angesichts einer nachlassenden Nachfrage zunehmend unter Margendruck geraten würden, könnte der von Analysten erwartete Wert von 6,5 Prozent (bzw. 5,7 Prozent für die Kernrate) sogar unterschritten werden. Damit würde eine Leitzinserhöhungspause der US-Notenbank FED nach einer weiteren Zinsanhebung um voraussichtlich 0,50 Prozentpunkte im Februar immer wahrscheinlicher und beflügele seit Jahresanfang die Aktienmärkte. Die positive Stimmung könnte jedoch in den kommenden Wochen durch eine weniger positiv verlaufende Unternehmensberichtssaison vorerst unterbrochen werden. (10.01.2023/alc/a/a)