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Zentralbanken gefordert


17.06.22 12:15
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die US-Notenbank hat das Leitzinsband um 75 BP auf 1,50 bis 1,75% erhöht und damit die Markterwartungen erfüllt, so die Analysten der Helaba.

Zwar seien weitere Zinsschritte von 50 oder erneut von 75 Basispunkten möglich, Spekulationen seien gleichwohl nicht forciert worden. FED-Chef Powell habe zum Ausdruck gebracht, dass eine beschleunigte Gangart nicht als Indikator für einen extrem hohen Gipfelpunkt des Zinszyklus fehlinterpretiert werden dürfe. Der FED-Fund-Future per Ende dieses Jahres liege wenig verändert bei 3,60% und am oberen Ende der neuen Leitzinsprojektionen der FOMC-Mitglieder.

Einfluss auf die Markterwartungen hätten neben den Äußerungen von Notenbankvertretern auch die Inflations- und Konjunkturzahlen. Heute stehe in den USA die Industrieproduktion zur Veröffentlichung an, die im Mai moderat zugelegt haben dürfte. Eine positive Überraschung zeichne sich allerdings nicht ab und der Index der Frühindikatoren des Conference Boards dürfte sogar sinken. Insofern sollten die Zinsspekulationen erneut kaum forciert werden.

In Großbritannien würden Zinserwartungen präsent bleiben, nachdem die Bank von England gestern den Basiszins um 25 BP auf 1,25% angehoben und weitere Schritte im Kampf gegen die hohe Inflation in Aussicht gestellt habe. Auch in der Schweiz habe es eine überraschende Zinserhöhung gegeben. Indes würden die Konjunktursorgen zunehmen, ebenso wie in der Eurozone, wenngleich sich die Verflachung der Bundkurve, die als Rezessionssignal gewertet werde, zuletzt nicht fortgesetzt habe. Auch die Risikoaufschläge südeuropäischer Länder seien deutlich zurückgekommen, was den am Mittwoch beschlossenen Maßnahmen der EZB geschuldet sei. (17.06.2022/alc/a/a)