Zentralbanken der Euro-Outs dürften Leitzinsen um mindestens 50 BP weiter anheben


16.09.22 16:05
DekaBank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Dienstag/Donnerstag: Die Zentralbanken der Euro-Outs dürften bei ihren September-Zinsentscheiden die Leitzinsen um mindestens 50 Basispunkte (BP) weiter anheben, so die Analysten der DekaBank.

Von der schwedischen Riksbank würden die Analysten am Dienstag angesichts der rasant steigenden Inflation auf zuletzt 9,8% eine Erhöhung um 75 BP erwarten. Am Donnerstag dürfte die Schweizerische Nationalbank mit einer Leitzinserhöhung um 50 BP die Zeit der Negativzinsen nach sieben Jahren beenden. In Norwegen habe der Inflationsdruck zuletzt auf 6,5% nachgelassen, von der Norges Bank würden die Analysten einen Schritt um 50 BP erwarten. Im Fokus bei der Bank of England (verschobener Zinsentscheid vom 8.9. wegen der Trauerwoche nach dem Tod der Queen) stehe neben einer weiteren Leitzinserhöhung die Einschätzung der neuen Fiskalhilfen.

Mittwoch: Nach der jüngsten, deutlichen Überraschung bei den US-Verbraucherpreisen habe es erstmals Spekulationen darüber gegeben, dass die FED beim Zinsentscheid im September das Leitzinsniveau um 100 Basispunkte anheben werde. Die Analysten würden weiterhin von einem Schritt um 75 Basispunkte auf das Leitzinsintervall von dann 3,00% bis 3,25% ausgehen. Damit würde das Leitzinsniveau erstmals seit 2008 den restriktiven Bereich erreichen. Im Statement würden die FOMC-Mitglieder vermutlich weitere Leitzinserhöhungen in Aussicht stellen. Die aktualisierten Projektionen würden einen höheren Leitzinspfad enthalten als noch beim Zinsentscheid im Juni. Zudem würden die FOMC-Mitglieder voraussichtlich bemüht sein, höhere Leitzinsprojektionen als die Mehrheit der Analysten zu haben.

Freitag: Die europäische Wirtschaft habe mit einem kräftigen Wachstum im zweiten Quartal noch positiv überraschen können. Das Wachstum sei aber durch den privaten Konsum geprägt gewesen. Die Unternehmen würden schon länger nicht nur mit Lieferkettenproblemen und Arbeitskräftemangel kämpfen, auch die sich verschärfende Energienotlage dürfte im September zu einer weiteren Verschlechterung der Stimmungsindikatoren in Euroland beitragen. Dazu gehöre auch der Einkaufsmanagerindex. Dies gelte sowohl für den Teilindex der Dienstleister als auch den Teilindex der Industrie. (16.09.2022/alc/a/a)