Erweiterte Funktionen

Wettlauf der Zentralbanken geht weiter


16.09.22 12:37
Merck Finck

München (www.anleihencheck.de) - Es ist eine gefühlte Ewigkeit her, seitdem die Notenbanken derart auf das Bremspedal getreten haben wie derzeit, so Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck a Quintet Private Bank im aktuellen Wochenausblick.

"Um die Folgen ihrer zu lange zu harmlosen Inflationseinschätzungen und damit zu expansiven Geldpolitik einzufangen, erhöhen die westlichen Zentralbanken ihre Leitzinsen weiter im Rekordtempo", sage Greil. Der Chefstratege von Merck Finck gehe dabei davon aus, dass "die FED weiter ganz klar den Ton angeben wird." Greil: "Solange die FED als Leithammel der westlichen Notenbanken ihren Leitzinsturbo nicht zügelt, wird auch die EZB - soweit es die Konjunktur erlaubt - die Zinsen anheben, auch um den Euro nicht noch weiter zu schwächen. Letztendlich geht damit der Wettlauf der Zentralbanken weiter."

Am kommenden Mittwoch werde die US-Notenbank ihre nächste Leitzinsanhebung- auf Basis der August-Inflationsdaten aller Voraussicht nach um 75 Basispunkte - bekanntgeben. Von Seiten der EZB halte Merck Finck bei ihrer nächsten Sitzung einen ebenso hohen Schritt für wahrscheinlich, zumal die Inflation im Euroraum anders als in den USA noch weiter steigen und noch hartnäckiger auf dem hohen Niveau verharren dürfte. Die Bank of England habe wegen der royalen Trauerfeierlichkeiten ihre Sitzung um eine Woche auf Donnerstag verschoben. Dann werde sie - anders als die Bank of Japan, die am selben Datum tage - ihren Leitzins ein weiteres Mal nach oben schleusen.

Damit stünden die Zentralbanken kommende Woche im Fokus und am Sonntag in einer Woche dann die italienischen Parlamentswahlen. In Sachen Konjunkturdaten würden die sowohl in Europa wie auch in den USA am Freitag anstehenden vorläufigen Einkaufsmanagerindices für den September wohl eine weitere Abschwächung der wirtschaftlichen Aktivität im Westen zeigen. Und während hier zu Lande am Dienstag noch die Produzentenpreise für den August publiziert würden, würden sich die Blicke für den gesamten Euroraum am Donnerstag auf das rekordniedrige Verbrauchervertrauen im laufenden Monat richten.

In den USA gehe Merck Finck davon aus, dass die diversen Immobiliendaten, die bis Mittwoch anstünden, die dort angelaufene Abkühlung des Wohnimmobilienmarktes bestätigen würden. Und während in Großbritannien das GfK-Verbrauchervertrauen für September am Freitag komme, seien nächste Woche am Dienstag in Asien Japans Inflationszahlen für August das Makrodaten-Highlight. (16.09.2022/alc/a/a)