Weiter steigende Teuerungsraten und kräftige Leitzinsanhebungen in den CE3-Staaten


01.06.22 09:15
Raiffeisen Capital Management

Wien (www.anleihencheck.de) - In den CE3-Staaten nimmt die Inflationsdynamik noch immer zu und die Teuerungsraten fielen zuletzt überall etwas höher aus als erwartet, so die Analysten von Raiffeisen Capital Management im aktuellen "emreport".

Ungarns Notenbank habe den Leitzins Ende April um einen vollen Prozentpunkt auf 4,4% angehoben und für Ende Mai werde ein ähnlicher Schritt erwartet. Tschechiens Notenbank habe den Leitzins Anfang Mai von 5% auf 5,75% angehoben und die polnische Zentralbank habe nahezu zeitgleich ebenfalls um 0,75% auf 5,25% erhöht.

Polen und Tschechien würden sich bislang besonders stark bei Waffenlieferungen an die Ukraine hervortun, allerdings schienen sie dabei in großen Teilen auch schlicht die Gunst der Stunde zu nutzen, ihr Waffenarsenal auf Kosten Dritter zu modernisieren. Denn im Wesentlichen werde älteres sowjetisches Gerät geliefert, während dem Vernehmen nach im Gegenzug Deutschland zugesagt habe, dies durch Lieferung deutscher Waffen zu kompensieren.

Die Ukraine habe unterdessen signalisiert, polnischen Bürgern in Kürze weitreichende Rechte in der Ukraine einzuräumen, ähnlich denen, die Polen ukrainischen Bürgern auf polnischem Gebiet gewährt habe und möglicherweise sogar darüber hinausgehend. Polens Präsident habe zuvor erklärt, es gebe "keine Grenzen mehr zwischen den beiden Ländern". Möglicherweise könnte dies eine Vorstufe sein zu einer wie auch immer gearteten polnischen Militärpräsenz in Teilen der Ukraine, aber das sei derzeit noch reine Spekulation.

Die Aktienkurse in Polen und Tschechien hätten seit Ende April um 4,5% bzw. 3,5% nachgegeben, während Ungarns Aktienmarkt gegen den Trend um knapp 3% zugelegt habe. (01.06.2022/alc/a/a)