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Ungarn: Zentralbank rudert etwas zurück


02.11.22 13:35
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Mit einem Rückgang von 7,5 Punkten ging die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe im September in Ungern zurück und fiel auf 49,6 Punkte, so die Analysten von Postbank Research.

Damit habe der Einkaufsmanagerindex erstmals seit April 2021 unterhalb der Expansionsmarke gelegen, die bei 50 Punkten liege. Die Inflation habe in Ungarn im September derweilen einen großen Sprung gemacht. Sie sei von 15,6% auf 20,1% im September geklettert. Das letzte Mal, dass solch eine hohe Inflation in Ungarn gemessen worden sei, sei im Januar 1996 gewesen. Aufgrund von Regulierungsänderungen hätten die Energiepreise deutlich angezogen. Auch der starke Anstieg der Preise für Nahrungsmittel habe den Inflationsdruck verstärkt.

Die Notenbank, die auf ihrer regulären Sitzung keine weitere Zinserhöhung beschlossen habe, habe Mitte Oktober eine außerplan mäßige Sitzung eingerufen, da der Außenwert des Forints auf ein Allzeittief gefallen sei. Die Notenbank habe neben der Anhebung einiger kurzfristiger Zinssätze (allerdings nicht des Leitzinses) auch die Finanzierung der Energieimporte bis Ende 2022 aus den Reserven der Notenbank beschlossen. Allerdings erscheine es fraglich, ob damit der Forint langfristig unterstützt werde, da neben dem Ausbleiben eines klaren Zinssignals letztlich auch die Reserven der Zentralbank nicht unermesslich seien und eine Verlängerung der Energiefinanzierung hohe Kosten verursachen würde.

Die Postbank rechne damit, dass der Forint zum Euro (EUR/HUF 412,67) in den kommenden sechs Monaten leicht in Richtung EUR/HUF 401,25 aufwerte. (Ausgabe November 2022) (02.11.2022/alc/a/a)