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US-Treasuries nach gemischt ausgefallenen US-Konjunkturnachrichten nachgegeben


16.09.22 09:00
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Während der deutsche Anleihemarkt kaum auf eine Reihe von US-Konjunkturdaten reagierte, gaben US-Treasuries nach gemischt ausgefallenen US-Konjunkturnachrichten nach, so die Analysten der Nord LB.

Die deutschen Großhandelspreise hätten sich im August gegenüber dem Vormonat um 0,1% erhöht und um 18,9% (Juli: 19,5%) über dem Niveau des Vorjahres gelegen. Auf Jahressicht sei u.a. die Teuerung beim Großhandel mit Mineralölerzeugnissen (+54,3%) besonders hoch gewesen.

Die US-Einzelhandelsumsätze hätten sich im August unerwartet erhöht, allerdings auf Basis eines nach unten revidierten Vormonats. Gegenüber Juli hätten sie ein Plus von 0,3% verzeichnet. Die am aktuellen Rand beobachtbare "Stärke" sei aber vor allem eine Folge der Schwäche im Vormonat, die erst durch die heute vorgenommenen Revisionen an der Zeitreihe entstanden sei. In der Summe sei man also kaum klüger, als noch vor der Veröffentlichung der neuen Daten zur Entwicklung der Einzelhandelsumsätze in den Vereinigten Staaten.

Einer der wichtigsten Frühindikatoren für die US-Produktion, der Konjunkturindex der FED von Philadelphia, habe sich im September unerwartet verschlechtert. Der Index sei auf -9,9 (August: +6,2) Punkte gesunken. Volkswirte hätten einen Indexstand von ca. +2,0 erwartet.

Nach der gestrigen Fülle an neuen wichtigen US-Konjunkturdaten, die auf die Finanzmärkte eingeprasselt seien und in den Kursen hätten verarbeitet werden müssen, scheine heute wieder mal ein Tag zum "Durchatmen" angesagt zu sein. Die endgültigen europäischen Verbraucherpreise am Vormittag für August würden niemanden in den Börsensälen vom Hocker reißen können.

Für etwas mehr Aufmerksamkeit könnte das Verbrauchervertrauen der Universität von Michigan am Nachmittag sorgen, weil es zum einen eine der ersten Zahlen bereits für den Berichtsmonat September liefere und zum anderen Hinweise darüber geben könne, wie es mit der Stimmung unter den für die USA ja besonders wichtigen Konsumenten bestellt sei. In den vergangenen beiden Monaten habe es immerhin jeweils leichte Verbesserungen gegeben - allerdings ausgehend von einem Allzeittief bei 50 Punkten im Juni. Eine weitere minimale Aufhellung sei zu erwarten, die vermutlich maßgeblich auf den deutlichen Benzinpreisrückgang zurückzuführen sein dürfte. (16.09.2022/alc/a/a)