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US-Staatsanleihen: Verluste nach Veröffentlichung von US-Preisdaten ausgeglichen


14.09.23 09:00
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Kurse von US-Staatsanleihen konnten nach der Veröffentlichung von US-Preisdaten vorherige Verluste ausgleichen, so die Analysten der Nord LB.

Die Inflation in den USA sei erneut auf dem Vormarsch. Die Verbraucherpreise seien im August um 3,7%, nach 3,2% im Juli gestiegen, wie das Arbeitsministerium mitgeteilt habe. Hinsichtlich des zu erwartenden Zinspfades der FED seien die Daten als nicht ganz eindeutig zu bewerten: Die deutlicher als erwarteten monatlichen Preiszuwächse und der erneute Inflationsanstieg seien - wenngleich überwiegend ölpreisbedingt - tatsächlich unerfreulich und noch keinesfalls vereinbar mit dem Inflationsziel der FED.

Würden die erkennbare Konjunkturentschleunigung, Verschärfungen auf dem Kreditmarkt sowie die verzögerten Wirkungen der restriktiveren Geldpolitik als Faktoren für die Zinsentscheidung berücksichtigt, dann sollte ein Abwarten der FED adäquat sein. Die Zinsanhebungsphase sollte deswegen beendet sein, der nächste Zinsschritt nach unten zeigen - aber erst ab Mitte 2024.

Klar im Zentrum des Marktinteresses stehe heute die EZB-Sitzung mit der Zinsentscheidung. Es sehe nach einem "close call" aus - eine nahezu 50:50 Entscheidung. Einerseits würden die Konjunkturabkühlung in der Eurozone, die bereits massiven Zinsanhebungen und die langsam zurückgehende Inflation für ein Abwarten (oder gar einem Ende) bei den Zinsschritten nach oben sprechen. Andererseits sei die Inflation in der Eurozone weiterhin noch zu hoch und die Lohnanhebungen und die möglichen weiteren Energiepreisschübe würden eigentlich keine Nachlässigkeit auf Seiten der EZB erlauben, wolle sie ihrem Inflationsziel von 2% halbwegs gerecht werden. Die Analysten würden dennoch von einem Abwarten heute ausgehen. (14.09.2023/alc/a/a)