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US-Notenbank: Der Druck steigt weiter


16.09.22 12:27
BlueBay Asset Management

London (www.anleihencheck.de) - Die Leitzinsen in den USA dürften bis Anfang 2023 auf 4,25 Prozent klettern, erwartet Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay Asset Management.

Das könnte zu einer Abkühlung der Konjunktur führen.

"Die Anleiherenditen seien nach Veröffentlichung der Inflationsdaten in den USA in dieser Woche sprunghaft angestiegen. Das habe zu einer abrupten Trendumkehr bei Risikoanlagen geführt. Da die Kerninflation im August bei 6,3 Prozent gelegen habe - nach 5,9 Prozent im Vormonat - werde davon ausgegangen, dass dies die FED unter Druck setze, sich in den kommenden Monaten weiter in eine restriktivere Richtung zu bewegen. Für die kommenden drei Sitzungen seien Zinserhöhungen um insgesamt 200 Basispunkte eingepreist.

In diesem Fall würde der Leitzins Anfang 2023 bei 4,25 Prozent liegen - und verglichen mit einem als neutral angesehenen langfristigen Zinssatz von unter 3 Prozent eindeutig im "restriktiven" Bereich. Dies dürfte zu einer Wachstumsverlangsamung sowie einer Dämpfung des Inflationsdrucks führen und könnte bedeuten, dass eine leichte Rezession zum Basisszenario für 2023 geworden sei.

In der kommenden Woche werde der Offenmarktausschuss der US-Notenbank wohl eine Zinserhöhung um 75 Basispunkte vornehmen. Im November dürfte eine weitere Anhebung um 75 Basispunkte folgen. Letztendlich werde die Inflationsentwicklung das weitere Vorgehen der FED in den kommenden Monaten bestimmen. Da die Konjunktur vorerst robust bleibe, bestehe vorerst wenig Anlass zu einem Kurswechsel.

Dennoch würden die Experten von BlueBay Asset Management in den kommenden Monaten bessere Inflationsdaten erwarten. Die Eurodollar-Futures würden einen Höchststand der Zinsen von 4,6 Prozent einpreisen. Die Experten von BlueBay Asset Management seien der Meinung, dass jeder Anstieg darüber hinaus die Bewertungen in den günstigen Bereich drücke. Allerdings würden die Experten bezweifeln, dass längerfristige US-Treasuries unter 3,75 Prozent für 10-jährige Papiere sehr interessant aussähen.

Die Renditen in der Eurozone seien in den letzten Tagen dem US-Trend gefolgt. Nach der jüngsten, von einem sehr restriktiven Ton geprägten Sitzung der Europäischen Zentralbank, hätten die Renditen deutscher Bundesanleihen ihren Höchststand vom Juni wieder erreicht.

Die Unsicherheit beschäftigt uns weiterhin, die Experten von BlueBay Asset Management. Bessere Inflationsdaten, die den Eindruck verstärken könnten, dass sich der Verbraucherpreisindex auf einem Abwärtspfad befinde und ein Höhepunkt der FED-Zinsen in Sicht sei, hätten ein konstruktiveres Umfeld für Zinsen und Spreads schaffen können. Dazu sei es jedoch vorerst nicht gekommen. Nach Meinung der Experten von BlueBay Asset Management sei es sinnvoll, geduldig zu sein.

Die Experten von BlueBay Asset Management würden davon ausgehen, dass bessere Inflationsdaten kommen würden. Im Moment aber sei es ratsam, weniger Risiken einzugehen und Engagements auf der Long- oder Short-Seite aufzubauen, wenn es den Anschein habe, dass die Preise wesentlich überzogen seien. (16.09.2022/alc/a/a)