US-Inflation weiter auf dem Rückzug - willkommene Nachricht für die FED


13.01.23 09:45
Der Aktionär

Kulmbach (www.anleihencheck.de) - Die Inflation in den USA befindet sich weiter auf dem Rückzug, so Thomas Bergmann von "Der Aktionär".

Im Dezember seien die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,5 Prozent gestiegen, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitgeteilt habe. Im November habe die Rate noch bei 7,1 Prozent gelegen. Das würden führende Ökonomen zu den Daten sagen.

Bernd Weidensteiner und Christoph Balz, beide Volkswirte bei der Commerzbank, würden darin eine willkommene Nachricht für die FED sehen, dass die Inflationsrate wieder deutlich unter ihrem Gipfelpunkt liege und sich vor allem weiter in die richtige Richtung bewege. "Dies dürfte die Ansicht stützen, dass die Fed jetzt mit kleineren Zinsschritten auskommt", so die Experten.

Für die FED sei dies wohl ohnehin nicht mehr die entscheidende Frage, ihr komme es jetzt eher auf den Zinsgipfel an und nicht, ob dieser eine Sitzung früher oder später erreicht werde. "Ob die FED auf der Sitzung Anfang Februar noch einmal 50 Basispunkte nachlegt oder den Zinsschritt auf 25 Basispunkte verkürzt, hängt wohl auch vom Arbeitskostenindex ab", so Weidensteiner und Balz.

Laut Thomas Gitzel, Chefvolkswirt VP Bank, würden die Inflationsraten über die kommenden Monate hinweg weiter fallen. "Es wird zunächst relativ zügig bis in den Bereich der vier Prozent gehen", prognostiziere der Experte.

"Vor allem der zu erwartende geringere Mietpreisanstieg wird die Inflationsraten erheblich nach unten drücken. Das Thema Inflation verliert also an Brisanz und die FED kann damit weiter einen Gang zurückschalten", so Gitzel.

Auf der nächsten und übernächsten Zinssitzung werde die FED die Zinsen "nur" noch um 25 Basispunkte anheben. "Auf der Zinssitzung Anfang Mai wird die Fed dann von weiteren Zinsanhebungen absehen", habe Gitzel gesagt.

Für Dirk Chlench, Volkswirt bei der Landesbank Baden-Württemberg, zeige die Betrachtung einzelner Komponenten im US-Konsumentenpreisindex das aus den Vormonaten schon bekannte Muster. "Der Preisauftrieb für Güter lässt infolge des Überwindens der Lieferkettenschwierigkeiten spürbar nach, bei Dienstleistungen setzt er sich indes unvermindert fort."

Bernd Krampen, Volkswirt NordLB, habe gesagt: "Mittlerweile scheinen sich also erfreulicherweise Anzeichen für eine gewisse Entspannung an der Preisfront zu manifestieren." Deshalb sollte die FED bei der übernächsten FOMC-Sitzung am 22. März eine abwartende Haltung einnehmen.

Mit den Konsequenzen einer so restriktiven Geldpolitik werde sich die Notenbank aber ohnehin beschäftigen müssen: "Neben den unisono auf unter 50 Punkten abgetauchten ISM PMIs sowohl in der Industrie als auch im Service-Sektor zeigen zudem die Bereiche Immobilien, Einkommen und bereits Konsum klar rezessive Tendenzen auf", so Kampen. Das von der FED angestrebte Soft Landing sei schon jetzt ein herausforderndes Ziel.

mit Material von dpa-AFX (Ausgabe vom 12.01.2023) (13.01.2023/alc/a/a)






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