US-Inflation: Realitätstest für Zinsfantasten?


12.02.24 09:55
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In der Berichtswoche stehen die Verbraucherpreisdaten auf der Agenda, so die Analysten der Helaba.

Der Arbeitsmarktbericht zum Januar habe zwar zu einer merklichen Anpassung geführt, aber der Future-Markt preise per Ende 2024 noch immer eine Senkung der Federal Funds Rate um fast 125 Basispunkte ein. Angesichts dieser ausgeprägten Zinssenkungserwartungen am Markt seien die Inflationsdaten noch wichtiger als sonst. Würden sie dazu beitragen, dass die aus Sicht der Analysten überzogenen Zinsfantasien weiter korrigiert würden?

Die Statistiker würden die saisonbereinigten Werte des Verbraucherpreisindex am 9. Februar nach Redaktionsschluss dieser Publikation revidieren. Potenziell könnte sich die kurzfristige Dynamik der Teuerung damit schon bald anders darstellen als jetzt. Statt wie üblich die Drei- oder Sechs-Monats-Dynamik zu betrachten, würden die Analysten daher diesmal auf den Vorjahresvergleich schauen. Wenn der Gesamtindex für den Januar wie erwartet hereinkomme, würde die Teuerungsrate durch einen deutlichen Basiseffekt von 3,4% auf 2,9% nachgeben. Der Kernindex dürfte um 0,3% gg. Vm. zulegen, sodass die Vorjahresrate von 3,9% auf immer noch sehr hohe 3,7% falle.

All dies bleibe weit entfernt von der 2%-Marke, auch wenn die Situation bei dem von der Fed präferierten Preisindex für Konsumausgaben besser aussehe. Für den Jahresdurchschnitt 2024 würden die Analysten einen Anstieg des Verbraucherpreisindex um 3% erwarten (Kernrate: 3,1%). Zum Jahresende würden Gesamtteuerung und Kernrate dann immer noch bei 2,75% liegen. Mit einem nachhaltigen "Unterschießen" des Inflationsziels würden die Analysten nicht rechnen.

Die Analysten würden aber davon ausgehen, dass die fortschreitende Disinflation in den kommenden Monaten ausreichend prägnant ausfalle, damit die FED im Jahresverlauf mit einer geldpolitischen Lockerung beginne. Sie werde dabei angesichts des engen Arbeitsmarktes, der nach wie vor dynamischen Konjunktur und des verbleibenden Preisdrucks aber vorsichtig vorgehen. Bis zum Juni sollte die Notenbank genug Zuversicht haben, um mit einem graduellen Zinssenkungskurs zu beginnen. (Ausgabe vom 09.02.2024) (12.02.2024/alc/a/a)






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