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USA: Fallende Kurzfristzinsen im kommenden Jahr?


09.09.22 09:45
LOYS

Oldenburg (www.anleihencheck.de) - Der August ließ sich an den Börsen zunächst gut an, so Dr. Christoph Bruns und Ufuk Boydak von LOYS.

Ungeachtet der vielen Problemfelder hätten Anleihen- und Aktienmarkt in den ersten Wochen des Augusts deutlich angezogen. Im Hintergrund habe sich die Meinung unter Marktteilnehmern Bahn gebrochen, die Inflation habe ihren Höhepunkt möglicherweise überschritten und folglich solle man sich in Amerika auf fallende Kurzfristzinsen im kommenden Jahr vorbereiten.

Diese Auffassung habe zu starken Kursaufschlägen bei Anleihen und im Gefolge auch bei Aktien geführt, wiewohl die Quartalsberichtssaison dort klar gemacht habe, dass die Gewinnschätzungen vieler Analysten deutlich zu hoch lägen.

Es sei dann der Präsident der amerikanischen Notenbank FED gewesen, der während einer Rede im wyomingschen Jackson Hole kaltes Wasser über die süßen Träume der Marktteilnehmer gegossen habe. Von potenziellen Zinsrückgängen sei jedenfalls nicht die Rede gewesen. Im Gegenteil. Jerome Powell habe klargestellt, dass Amerikas Zentralbank das Inflationsproblem mittlerweile sehr ernst nehme und gewillt sei, es energisch durch weitere Zinsanhebungen zu bekämpfen. Nachdem der gleiche Jerome Powell noch vor einem Jahr am nämlichen Ort von nur vorübergehendem Aufflackern der Inflation gesprochen habe, hätten die Zuhörer diesmal einen ganz anderen Duktus zu hören bekommen. Vor der versammelten internationalen Notenbankelite - Frau Lagarde von der Europäischen Zentralbank habe anderes zu tun gehabt - habe der FED-Präsident unzweideutig festgestellt, dass es großer Entschlossenheit und steigender Zinsen bedürfe, um die Höhe und Hartnäckigkeit der Geldentwertung in die Schranken zu verweisen.

An den Börsen sei diese scheinbar überraschende Botschaft mit Verdruss zur Kenntnis genommen worden. Die amerikanischen Aktienindices hätten rasch ca. 4% ihres Kursniveaus abgegeben. Und wie immer seien die internationalen Finanzmärkte brav nachgefolgt. Per Saldo sei damit die Illusion zunächst verflogen, die FED würde - wie in der Vergangenheit - mit Zinssenkungen in absehbarer Zeit den leidgeprüften Börsianern zur Hilfe eilen. Daher müssten sich die Aktienmärkte bei den Themen "Gewinndynamik" oder "Bewertung" umsehen, um aktuell mikroökonomische Impulse und Katalysatoren für steigende Kurse zu finden. Fallende Notenbankzinsen und damit der vielbesprochene "FED-Put" würden einstweilen als Kurstreiber ausfallen.

Freilich sei auch die allgemeine makroökonomische Situation nicht frei von Risiken und Chancen. Im Mittelpunkt der allermeisten Betrachtungen stehe derzeit der gebannte Blick auf die hohen Inflationsdaten bzw. Energiepreise. Dort habe es zuletzt wenig erfreuliche Nachrichten zu verdauen gegeben. Von den Rohstoffmärkten seien jedoch zuletzt Entspannungstendenzen ausgegangen. Vor allem Rohöl sei in August in die Tiefe gerauscht, nachdem Rezessionstendenzen und unverändert hohe Ölproduktion in Russland kurzfristig für eine ausgeglichene Angebots-Nachfragebilanz sorge. Gleichwohl lasse sich kaum bestreiten, dass der gesamte Energiesektor angesichts des steigenden Energiehungers der Welt vor spannenden Jahren mit großen Chancen aber auch realen Risiken stehe. Für andere Branchen würden ähnliche Befunde gelten.

Wenn wir etwa an die Digitalisierung denken, dann wird sogleich deutlich, dass dieser Sektor gleichfalls Wachstumschancen und -risiken mit sich bringt, so die Experten von LOYS. Das Management der LOYS Fonds sei darauf ausgerichtet, sich gezielt in den Gewinnerkandidaten dieser Branchen zu positionieren. (Ausgabe vom 31.08.2022) (09.09.2022/alc/a/a)