Erweiterte Funktionen

USA: FED dürfte Zinswende mit ruhiger Hand angehen


08.02.24 09:30
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Stimmungsindikatoren in den USA liefern keine eindeutigen Hinweise für die Konjunkturentwicklung, so die Analysten von Postbank Research.

Der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe habe trotz eines spürbaren Anstiegs auf 49,4 Zähler im Kontraktionsbereich verharrt. Der ISM-PMI für Dienstleistungen sei hingegen auf 52,9 Punkte gesprungen. Das Conference Board Verbrauchervertrauen habe sich im Januar merklich von 110,7 auf 114,8 Punkte verbessert.

Im Dezember sei die CPI-Inflation unerwartet stark von 3,1 auf 3,4 Prozent gestiegen, während die Kernrate auf 3,9 Prozent gesunken sei. Die PCE-Kernrate sei im Dezember weiter von 3,2 auf 2,9 Prozent gefallen.

Der Arbeitsmarktbericht für Januar sei in nahezu allen Belangen extrem robust gewesen: Es seien 353 Tsd. Stellen neu geschaffen, die beiden Vormonate zudem um 126 Tsd. aufwärts revidiert worden. Die offenen Stellen gemäß dem JOLTS-Report seien im Dezember unerwartet von 8,9 auf 9,0 Millionen gestiegen.

Die Terminmärkte hätten nach den Januar Arbeitsmarktdaten die Erwartungen an eine erste Zinssenkung reduziert und würden diese nun frühestens im Mai erwarten. Auch die FED halte eine Zinswende im März für unwahrscheinlich.

Die Rendite 10-jähriger US-Treasuries sei im Januar auf 4,19 Prozent gestiegen, bevor sie mit 3,81 Prozent auf das Niveau von Ende Dezember zurückgefallen sei, um im Februar erneut anzusteigen - zuletzt auf 4,10 Prozent. Sollte die FED die Zinswende im Einklang mit den Markterwartungen vollziehen, dürften sie in sechs Monaten mit 4,10 Prozent in der Nähe des aktuellen Niveaus rentieren. (Ausgabe Zinsbulletin Februar 2024) (08.02.2024/alc/a/a)