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USA: FED bleibt auch Anfang November "hawkish"


17.11.22 09:45
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Vorlaufindikatoren in den USA wie Einkaufsmanagerindices deuten weiterhin auf eine Abschwächung der Industrie, aber ein anhaltend starkes Wachstum des Dienstleistungsbereiches an, so die Analysten von Postbank Research.

Der ISM Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe habe sich mit 50,2 Punkten im Oktober gerade noch im expansiven Bereich gehalten.

Im September sei die Verbraucherpreisinflation leicht auf 8,3% gesunken. Die Kerninflationsrate sei jedoch von 6,3% auf 6,6% geklettert. Im Oktober sei ein überraschender Rückgang auf 7,7 bzw. 3,3% gefolgt.

US-Arbeitsmarkt bleibe weiter in einer starken Verfassung. Die Arbeitslosenquote habe im September mit 3,5% auf dem Vor-Corona-Tief gestanden und dürfte im Oktober - wenn überhaupt - nur geringfügig angestiegen sein. Die Anzahl an offenen Stellen gemäß des JOLTS-Reports sei im September überraschend deutlich auch 10,717 Mio. angestiegen.

Die US-Notenbank FED habe im Rahmen ihrer Sitzung am 2. November erneut die Leitzinsen um 75 Basispunkte erhöht. Sie habe zwar angedeutet, dass die Höhe der Zinsschritte künftig verkleinert werden dürfte. Allerdings solle die Terminal Rate, also der Zinssatz, bei dem der Erhöhungszyklus sein Ende finde, der wichtigere Parameter bleiben. Und hier habe sich Powell unverändert äußerst falkenhaft gezeigt. Aktuell würden die Geldmärkte eine Terminal Rate von etwa 5% für das Frühjahr 2023 einpreisen.

Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries könnte von aktuell 3,84% auf 4,15% in sechs Monaten ansteigen, bevor sie im Laufe des Jahres 2023 sinken könnte. (Ausgabe Zinsbulletin November 2022) (17.11.2022/alc/a/a)