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Türkei: Geldpolitik dürfte versuchen, TRY-Absturz zu verhindern


15.05.23 11:21
Oberbank

Linz (www.anleihencheck.de) - Die Präsidenten- und Parlamentswahlen in der Türkei gehen wahrscheinlich durch eine Stichwahl in die zweite Runde - die wirtschaftlichen Probleme bleiben, so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.

Auf Anordnung von Präsident Erdogan habe die Notenbank die Leitzinsen in den letzten beiden Jahren von 19,0% auf 8,5% senken müssen. Der EUR/TRY (Türkische Lira)-Kurs sei in dieser Zeit massiv gestiegen und habe die Kosten der Energieimporte mehr als verdoppelt. Dies habe zu einer galoppierenden Inflation geführt. Die Preise seien um 50% gestiegen, wobei die Güter des täglichen Bedarfs noch deutlich höher lägen. Dazu seien die Erzeuger- und Immobilienpreise im selben Ausmaß gestiegen.

Die aktuellen Daten der Industrieproduktion würden auf Jahressicht einen Rückgang von fast 13% ausweisen. Seit einem Jahr sei der EUR/TRY-Kurs um fast 40% gestiegen und habe dabei Kursspitzen bis 21,60 erreicht. Die Geldpolitik dürfte bis zum nächsten Wahltermin versuchen, einen TRY-Absturz zu verhindern. Ob dies längerfristig gelinge, sei mehr als zweifelhaft. (15.05.2023/alc/a/a)