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Statement zu einer möglichen Lietzinserhöhung um 75 Basispunkte


05.09.22 10:00
Lazard Asset Management

Delaware (www.anleihencheck.de) - Das ist genau das gleiche Schema, das die FED und die EZB vor den letzten Sitzungen angewandt haben, so Michael Weidner, Head of European Fixed Income bei Lazard Asset Management.

Sie würden die Markterwartungen mit Hilfe von Quellenmeldungen einige Tage vor der Sitzung lenken. Der Markt rechne derzeit mit etwa 60 Basispunkten für die Sitzung am 8. September. Auf Grundlage dieser jüngsten Meldungen in Verbindung mit den aktuellen Inflationsdaten und den kurzfristigen Aussichten sollten sich die Anleger auf eine Anhebung um 75 Basispunkte einstellen. Nach Ansicht der Experten werde das Zeitfenster für Zinserhöhungen wahrscheinlich kurz sein, und angesichts der recht späten Kehrtwende der EZB auf Grund des neuen Inflationsregimes sei ein entschiedener und kurzer Zinserhöhungszyklus gerechtfertigt.

Die 'Forward Guidance' als geldpolitisches Instrument möge für immer verschwunden sein, aber diese kurzfristige Steuerung durch die Hintertür müsse ernst genommen werden. Die Spekulationen über eine quantitative Straffung seien nach Ansicht der Experten komplizierter. Es sei schwer vorstellbar, wie man die EZB-Bilanz schrumpfen und gleichzeitig durch gezielte PEPP-Reinvestitionen vor geldpolitischen Transmissionsproblemen, wie einer Ausweitung der Spreads von Staatsanleihen, schützen könne. Noch komplizierter werde es, wenn das neue TPI aktiviert werde und wieder Nettokäufe getätigt würden. (05.09.2022/alc/a/a)