Statement zu einer möglichen Leitzinserhöhung der EZB um 75 Basispunkte


06.09.22 11:15
MainFirst Asset Management

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die erneute Ausweitung der Risikospreads der EU-Peripherie in Reaktion auf die Diskussion um eine Zinsanhebung um 75 Basispunkte zeigt, wie problematisch die Position der EZB ist, so Adrian Daniel, Portfoliomanager bei MainFirst Asset Management.

Beim Versuch das Inflationsproblem zu bekämpfen, werde die EZB bei ihrem Ziel der Fragmentierung der EU vorzubeugen nur noch stärker gefordert.

Auch mit einem Zinsschritt von 75 Basispunkten im September würde die EZB noch keine Glaubwürdigkeit im Hinblick auf die Inflationsbekämpfung erreichen. Hierfür bedürfe es einer Lösung der so genannten Fragmentierung der Eurozone.

Die massiven Preissteigerungen im europäischen Gas- und Strommarkt der letzten Wochen würden nachlaufend noch weitere negative Überraschungen, insbesondere bei den Erzeugerpreisen, bereit halten. Daher dürften aus Sicht der Märkte auch im Fall von einer Anhebung um 75 Basispunkte durch die EZB die Inflationssorgen nicht gelöst sein. Dagegen dürften sich die Sorgen um eine Rezession zunehmend bestätigen.

Wir sind im Hinblick auf die aktuelle Lage an den Märkten bei der Mischfonds-Strategie sowohl bei der Netto-Aktienquote (aktuell 12 Prozent bei möglichen 0-50 Prozent), als auch bei der Duration (unter 3) im historischen Vergleich sehr vorsichtig allokiert, so Adrian Daniel, Portfoliomanager bei MainFirst Asset Management. (06.09.2022/alc/a/a)