Erweiterte Funktionen

Senior Unsecured: Neuer Bond der italienischen Iccrea Banca sehr stark gefragt


02.02.24 12:12
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Primärmarkt für erstrangig unbesicherte Bankanleihen kühlte sich in den letzten Handelstagen wie erwartet deutlich ab, so die Analysten der Helaba.

Grund sei die laufende Quartalsberichtssaison der Institute und die damit verbundene Blackout-Periode. Die Transaktionen, die umgesetzt würden, würden jedoch sehr erfolgreich verlaufen und für ein freundliches Marktumfeld sprechen. Die neue Preferred-Anleihe der italienischen Iccrea Banca im Volumen von 0,5 Mrd. EUR mit 5-jähriger Laufzeit habe während des Bookbuildings eine 7,5-fache Überzeichnungsquote erzielen können. Der Spread habe sich gegenüber der ersten Indikation um 45 BP eingeengt, bei Reoffer habe er mit ms +180 BP auf der Emittentenkurve gelegen. Im Sekundärmarkt habe die Anleihe nochmals eine positive Performance aufgewiesen.

Die Quartalsergebnisse der Banken würden recht unterschiedlich ausfallen. Die Häuser aus den USA hätten recht ermutigende Zahlen vorlegen können. Die SEB hingegen habe sich beim Ausblick für den Zinsüberschuss deutlich vorsichtiger gegeben, sich aber bezüglich der Provisionseinnahmen recht optimistisch gezeigt, falls die Zinsen wieder sinken würden. In Einzelfällen seien erste größere Kreditausfälle zu verkraften gewesen. Die Belastungen durch Bankabgaben würden hoch bleiben.

Diese Woche hätten die spanischen Banken BBVA und Banco Santander hohe Ergebnisse für das 4. Quartal 2023 veröffentlicht, beide würden von einem weiteren Gewinnanstieg im Jahr 2024 ausgehen. Am 1. Februar 2024 hingegen habe der französische Branchenprimus BNP Paribas mit einem Gewinneinbruch von 50% gegenüber Vorjahr und einer Senkung der Gewinnziele für dieses und nächstes Jahr die Marktteilnehmer überrascht. Hier seien u.a. die Erträge aus dem Versicherungs- und Vermögensverwaltungsgeschäft gesunken. Auch bei der ING Group sei es am 1. Februar 2024 vor allem der verhaltenere Ausblick gewesen, der negativ aufgenommen worden sei. Ganz anders habe die Deutsche Bank mit ihrem Ausblick überzeugt, sie habe weitere Dividenden und Aktienrückkäufe angekündigt.

Ausblick: Der Refinanzierungsbedarf der Banken in Europa bleibe 2024 insbesondere wegen hoher Fälligkeiten und rückläufiger Kundeneinlagen hoch. Die laufende Quartalsberichtssaison befinde sich jedoch aktuell auf ihrem Höhepunkt. Während sich viele Institute somit in der Blackout-Periode befinden würden, würden immer mehr Häuser hinzukommen, die ihre Berichte bereits vorgelegt hätten und das günstige Marktumfeld wieder für Emissionen nutzen könnten.

"Zum Monthly Rebalancing nahmen die Flows gewohntermaßen wieder zu. Real Money Accounts und ETF Funds traten vermehrt als Verkäufer im mittleren Laufzeitband (4-6y) auf. Gesucht hingegen wurden kürzere Laufzeiten, die jüngsten Floater der Landesbanken und der Deutschen Bank, sowie risikoärmere Namen beispielsweise aus Skandinavien oder den Benelux-Staaten. In Erwartung der bevorstehenden Notenbank-Sitzungen wird ein Großteil der Investoren wieder an die Seitenlinie zurückkehren", so die Einschätzungen aus dem Handelsraum der Helaba. (Ausgabe vom 01.02.2024) (02.02.2024/alc/a/a)