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Senior Unsecured: Marktumfeld bleibt sehr konstruktiv


09.02.24 12:25
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Trotz gestiegener Nervosität bleibt das Marktumfeld im Senior Unsecured Segment sehr konstruktiv, so die Analysten der Helaba.

Im bisherigen Wochenverlauf sei im Rahmen von sieben Transaktionen ein Volumen von insgesamt 7,15 Mrd. EUR an erstrangig unbesichertem Material begeben worden. Mit 6 Mrd. EUR sei der Großteil davon auf Nonpreferred Papiere entfallen. ING Groep und BNP Paribas hätten Anfang der Woche zusammen 4 Mrd. EUR an Senior Non-preferred Anleihen mit mittel- und langfristigen Laufzeiten platziert.

Bereits am Montag hätten La Banque Postale und Alpha Bank Preferred Anleihen emittiert, hinzugekommen sei Caixabank mit einem Non-preferred Papier. Auffällig seien die relativ langen Laufzeiten von bis zu elf Jahren und die deutlichen Spread-Einengungen bereits während des Bookbuildings. Alle Tranchen hätten nahe ihrem fairen Wert bzw. mit geringer Neuemissionsprämie bei den Investoren untergebracht werden können. Die unverändert hohe Liquidität, die von den Investoren bereitgestellt werde, und die attraktiven Konditionen am langen Ende der Kurve würden weiterhin für ein konstruktives Marktumfeld sprechen.

Die Quartalsergebnisse der Banken würden recht gemischt ausfallen. Zuletzt hätten Gewinnwarnungen von US-Regionalbanken für Aufregung gesorgt; die Deutsche Pfandbriefbank pbb habe am 7. Februar 2024 mit einer vorgezogenen Gewinnveröffentlichung für Klarheit zu sorgen versucht. Einige Häuser hätten bei der Vorlage ihrer Quartalsberichte enttäuscht und sich recht vorsichtig beim Ausblick für 2024 gezeigt, bspw. BNP Paribas und Nordea. Viele Häuser hätten hingegen sehr gute Ergebnisse für das 4. Quartal 2023 vorlegen können, und sich darüber hinaus auch für 2024 optimistisch gezeigt.

Zu ihnen würden die spanischen Banken BBVA und Banco Santander, die Deutsche Bank und diese Woche der italienische Branchenprimus UniCredit zählen. Die Banken würden aus einer Position der relativen Stärke in das Jahr 2024 gehen, da viele von ihnen über hohe Eigenkapitalquoten und Risikovorsorgepuffer verfügen würden und das Zinsumfeld seit der Zinswende Mitte 2022 deutlich günstiger sei.

Ausblick: Viele Banken hätten bereits ihre Quartalsberichte vorgelegt und könnten nun wieder Anleihen emittieren. Der Refinanzierungsbedarf der Banken in Europa bleibe 2024 insbesondere wegen umfangreicher Fälligkeiten und rückläufiger Kundeneinlagen hoch. Die Analysten würden von einer weiteren Belebung der Primärmarktaktivitäten in den kommenden Tagen ausgehen.

"Die Creditmärkte sind derzeit in nervöser Verfassung. Die Zins-Volatilität ist weiterhin erhöht und die iTraxx Indices entfernen sich wieder von ihren Serientiefständen. Die Kasse hat sich im Januar zwar deutlich eingeengt, im Wochenvergleich dreht sich das Bild jedoch nun in die andere Richtung. Die Rally zeigt nun Ermüdungserscheinungen. Hinzu kommen seit Mitte letzter Woche wieder schlechte Nachrichten um die US Regionalbanken. Outperformer über beide Haftungsklassen waren italienische Bankanleihen gestützt durch sehr starke Quartalsgewinne. Die Underperformer sind Non-preferred Anleihen aus Deutschland und US HoldCo Bonds", so die Einschätzungen aus dem Handelsraum der Helaba. (Ausgabe vom 08.02.2024) (09.02.2024/alc/a/a)