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Schweizer Notenbank unter Zugzwang


03.06.22 10:25
Oberbank

Linz (www.anleihencheck.de) - Im Vergleich zu den EU Staaten ist die Inflation in der Schweiz gering, so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.

Die gestern veröffentlichten Daten zur Preisentwicklung hätten mit einer annualisierten Steigerung von 2,9% weit über den Erwartungen gelegen. Das Inflationsziel von 0,0% bis 2,0% sei stark überschritten worden. Ein Wechsel im Präsidium der Schweizer Notenbank SNB lasse einen möglichen Zinsschritt im Juni offen. Trotz rückläufiger Wirtschaftsaussichten - der Indikator KOF sei von 101,7 auf 96,8 Punkten gefallen - sollte die SNB bei den Zinsschritten nicht länger zuwarten. Denn die weiter steigende Inflation werde unmittelbare Maßnahme erfordern.

Der starke Schweizer Franken sei die zweite Herausforderung für die SNB. Derzeit überwiege der preisdämpfende Effekt für Energieimporte gegenüber dem Exportnachteil. Dazu dürften sich die Markteingriffe der Notenbank in Grenzen halten. Der Fremdwährungsbestand in der SNB Bilanz habe sich innerhalb eines Monats nur um 19 Mrd. CHF erhöht und die Bilanzsumme bleibe bei 1.066 Mrd. CHF stabil. Sollte die Unterstützung 1,0250 gebrochen werden, dann werde der EUR/CHF Kurs aus der Seitwärtsbewegung nach unten ausbrechen. Die Abwärtsbewegung treffe bei 1,0180 und 1,0100 charttechnisch auf die nächsten Unterstützungslinien. (03.06.2022/alc/a/a)