S&P 500 fällt vor FOMC-Protokoll um 0,2%


24.05.23 15:00
XTB

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Heute um 20:00 Uhr werden die Protokolle des FOMC veröffentlicht, der Bericht könnte Aufschluss über die Geldpolitik der FED geben, so die Experten von XTB.

Das Sitzungsprotokoll des Federal Open Market Committee (FOMC) des Treffens vom 2. bis 3. Mai werde heute um 20:00 Uhr veröffentlicht. Der Bericht werde von den Märkten mit großer Spannung erwartet, da er weitere Einblicke in die Geldpolitik der FED geben könnte.

Während des Mai-Treffens habe die FED die Zinsen um 25 Basispunkte erhöht und die Zinsspanne auf 5%-5,25% gebracht. Aus den Protokollen werde hervorgehen, wie ernsthaft die Mitglieder erwogen hätten, die Zinsen stabil zu halten, und ob Mitglieder des FOMC eine Pause bevorzugt hätten.

Vor dem Treffen hätten einige dovish eingestellte Mitglieder des Ausschusses Bedenken hinsichtlich einer weiteren Straffung geäußert und auf die möglichen Auswirkungen jüngster Bankenpleiten auf die Finanzlage verwiesen. Allerdings habe FED-Vorsitzender Jerome Powell letzte Woche diese Bedenken zurückgewiesen und die Stabilität des Bankensystems betont. Powell habe auch eine mögliche Pause angedeutet, habe jedoch klargestellt, dass die Zentralbank die Daten genau überwachen und entsprechend handeln würde.

Die Markterwartungen würden zu einer Pause im nächsten FOMC-Treffen tendieren, das für den 13. bis 14. Juni angesetzt sei. Derzeit liege die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung bei 30,5%. Obwohl immer noch niedriger als 50%, hätten sich die Markterwartungen in den letzten Wochen in Richtung einer Zinserhöhung verschoben.

Angesichts der Unsicherheit hinsichtlich der Wirtschaft und der zukünftigen Politikausrichtung sei die FED in ihrer Fähigkeit zur Forward Guidance eingeschränkt. Die wahrscheinlich wichtigsten Daten, die die Entscheidung der FED beim nächsten Treffen beeinflussen würden, stünden noch aus, wie etwa Arbeitsmarktdaten am Monatsende und die Verbraucherpreisdaten kurz vor dem Treffen.

Der Anstieg des S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) nach der letzten Zinserhöhung durch die FED zeige, dass nicht jedes Ende eines Straffungszyklus unmittelbare Rückgänge am Aktienmarkt zur Folge habe. Dies sei nur während Rezessionen in den Jahren 1974, 1980 und 2000 der Fall gewesen. In anderen Situationen, mit Ausnahme der Vorphase der COVID-Krise, habe der Aktienmarkt sogar ein Jahr nach dem Ende des Straffungszyklus einen Einbruch erlebt. Die Auswirkungen auf den Markt würden von der Marktaussicht und dem Grad der Aggressivität der Zinserhöhungen vor dem Ende des Zyklus abhängen.

Die invertierte US-Zinskurve deute darauf hin, dass der Straffungszyklus möglicherweise zu Ende gehe. Die Zinskurve bewege sich weg von dem negativen Bereich, was historisch gesehen darauf hinweise, dass eine Rezession folgen könnte, sobald die Rendite wieder positive Werte erreiche.

Der US500 notiere derzeit bei 4.146 Punkten und sei heute um 0,3% gesunken. Der Index sei von der oberen Grenze des Trendkanals, die durch die blaue Linie gekennzeichnet sei, abgeprallt. Diese Ablehnung bestätige den Bärenmarkt und deute auf einen rückläufigen Trend im Markt hin. Der Kurs steuere nun auf das untere Support-Level bei 4.100 Punkten zu, was weiteres Abwärtspotenzial signalisiere. Es sei wichtig zu beachten, dass die jüngsten starken Bewegungen am Markt sowohl von der bevorstehenden Veröffentlichung des FOMC-Protokolls als auch von der anhaltenden Hängepartie bei der Schuldenobergrenze beeinflusst worden seien. (Quelle: xStation5 von XTB)

In den letzten Wochen habe das bullische Momentum im US500 deutlich nachgelassen. Das Marktsentiment habe sich in eine vorsichtige und "bärische" Haltung verschoben, was die veränderten Erwartungen und Unsicherheiten hinsichtlich verschiedener Faktoren widerspiegele. Die Ablehnung von der oberen Linie des Kanals stärke den bärischen Ausblick zusätzlich. (24.05.2023/alc/a/a)





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ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
US78378X1072 A0AET0 4.325 3.492