Riksbank: Leitzinsmaximum von voraussichtlich 2,50% für 2023 erscheint zu gering


23.09.22 09:30
Oberbank

Linz (www.anleihencheck.de) - Die nicht "überzeugende" Kommunikation der Riksbank (Notenbank von Schweden) hat den Markt ermutigt, SEK zu verkaufen, so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.

Ein prognostiziertes Leitzinsmaximum von voraussichtlich 2,50% für 2023 erscheine vielen Devisenhändlern angesichts einer Inflation von 9,0% im August (Kerninflation 6,8%) als zu gering. Außerdem habe die Riksbank Zinssenkungen für 2024 aufgrund eines erwarteten wirtschaftlichen Abschwungs (BIP -0,7%) im Jahr 2023 angedeutet. Das habe vielen Markteilnehmern nicht geschmeckt. Devisenhändler würden insgeheim mit einem Zinsmaximum von 3,5% im Jahr 2023 rechnen, da die Inflation hartnäckig bleiben könnte. Man werde sehen, wer Recht behalte.

Mit der Teilmobilmachung in Russland sei mit Auswirkungen auf die europäische Wirtschaft und natürlich auch auf Schweden zu rechnen. Eine wirtschaftliche Abschwächung in Schweden könnte stärker ausfallen als im gesamten Euroraum. Folglich könnte sich der Ausbruch des EUR/SEK-Kurses über 10,90 bestätigen. Mögliche nächste Ziele lägen bei 10,97, 11,00 und 11,10. Zu Beginn des Corona-Ausbruchs habe EUR/SEK sogar 11,36 erreicht. Doch bis dorthin sei noch etwas Platz. Man werde sehen, ob sich durch die veränderte Lage in Osteuropa EUR/SEK über 10,90 und höher etablieren könne. (23.09.2022/alc/a/a)