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Rentenmärkte: Weitere Renditesprünge


14.06.22 08:45
ALTE LEIPZIGER Trust

Oberursel (www.anleihencheck.de) - Während der Deutsche Aktienindex am vergangenen Freitag zeitweise wieder unter 13.800 Punkte rutschte und auch andere wichtige Indices das seit Mitte Mai gewonnene Terrain wieder preisgaben, verloren auch die Kurse Festverzinslicher weiter deutlich so die Experten der ALTE LEIPZIGER Trust.

Die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen seien sowohl in Europa als auch in den USA auf ein seit vielen Jahren nicht mehr gesehenes Niveau geklettert. Dabei sei die Dynamik der Rendite-Aufwärtsbewegung im Euroraum höher als in den USA. Während die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen sich inzwischen sogar der Marke von 1,5% nähere, würden sich zehnjährige US-Treasuries um 3% bewegen. Die Renditen in der europäischen Peripherie hätten sich vergleichsweise noch stärker nach oben bewegt. Insgesamt sei für Bundesanleihen ebenso wie für die Verzinsung im Euroraum das Jahreshoch wohl noch nicht gefunden. Befürchtungen über eine Rückkehr der europäischen Staatsschuldenkrise stünden mit dem Zinssprung im Raum - eine zusätzliche Herausforderung für die EZB.

Der Prozess der geldpolitischen Straffung sei mit erhöhter Volatilität verbunden. Bei Staatsanleihen bestünden kurzfristig weitere Risiken durch ein Überschießen der Renditen und damit verbundene Kursverluste. Mit einer Abkühlung der US-Konjunktur und einer Beruhigung der Inflationserwartungen, die zuletzt in den USA bereits zu beobachten gewesen seien, dürften aber vor allem länger laufende Papiere Renditekorrekturen zeigen, wodurch auf Zwölf-Monatssicht ein positiver Gesamtertrag möglich werden sollte. Den höheren Renditen bei Euro-Peripherieanleihen stehe das Risiko anhaltender Spread-Ausweitungen im Zuge der Normalisierung der EZB-Geldpolitik gegenüber, auch wenn das Spread-Niveau nun schon spürbar erhöht sei. (Ausgabe Juni 2022) (14.06.2022/alc/a/a)