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Rentenmärkte: Massive Spreadeinengungen der EWU-Peripherie


17.06.22 09:50
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die zuletzt starken Kursverluste an den Renten- und Aktienmärkten haben die Verunsicherung innerhalb der EZB steigen lassen und so trat der EZB-Rat am Mittwoch zu einer der seltenen Ad-hoc-Sitzungen zusammen, um Maßnahmen gegen die trendmäßige Ausweitung der Peripheriespreads zu beschließen, so die Analysten der Helaba.

Die im Rahmen des PEPP fällig werdenden Anleihen sollten flexibel und gegebenenfalls zugunsten der EWU-Peripheriestaaten reinvestiert werden. Zudem solle kurzfristig ein Anti-Fragmentierungstool entwickelt werden.

Bereits die Ankündigung der Ad-hoc-Sitzung habe für massive Spreadeinengungen der EWU-Peripherie gesorgt, was zunächst auch positiv auf den Eurokurs abgestrahlt habe. Allen voran hätten BTPs eine Verringerung des Risikoaufschlages gegenüber Bundeanleihen von annähernd 40 Basispunkten für sich verbuchen können. Die Spreads hätten sich eingeengt, allerdings seien die Renditen nach einer kurzen Korrektur in einem ausgedünnten Markt wieder kräftig gestiegen. Es gelte zu bedenken, dass die zehnjährige Bundrendite seit dem Märztief bei -0,10% zeitweise um etwa 2,0%-Punkte auf im Hoch 1,92% gestiegen sei. Eine Korrektur scheine überfällig, sie verändere aber nichts an der Aussicht auf Zinserhöhungen dies- und jenseits des Atlantiks.

Weiterhin befinde sich der Bund-Future in einer überverkauften Marktsituation, sodass eine Erholung in dem übergeordneten Abwärtstrend möglich erscheine. MACD und DMI stünden jedoch unverändert auf Verkauf und würden von einem noch immer steigenden ADX begleitet, weshalb die Risiken auf der Unterseite nicht aus dem Blick geraten sollten. Das Kontrakttief bei 140,67 und die runde 140,00 würden Halt geben. (17.06.2022/alc/a/a)