Erweiterte Funktionen

Renditen zehnjähriger deutscher Bunds gefallen


02.02.24 09:44
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Der europäische Rentenmarkt versuchte gestern (neben den Januar-Inflationsdaten) die bereits einen Tag zuvor kommunizierten Äußerungen des FED-Chefs weiter zu verdauen, so die Analysten der Nord LB.

Renditen zehnjähriger deutscher Bunds hätten den Handel auf dem tiefsten Stand seit dem 4. Januar beendet (-3bp; 2,13%). Am Aktienmarkt habe der Absturz einer US Regionalbank Erinnerungen an das Frühjahr 2023 geweckt. In diesem Umfeld würden US-Treasuries attraktiv bleiben (+1bp: 3,89%).

Laut EZB-Chefvolkswirt Lane hätten die Angriffe der Huthi-Rebellen im Roten Meer die Inflation im Euroraum bislang kaum angetrieben. Auf einer Veranstaltung in Rom habe Lane gestern gesagt, dass man sich die Rolle der Kosten für die Verschiffung von Güterfracht bei den Gesamtgüterkosten sowie die begrenzte Rolle der Güter im gesamten Preisindex anschauen müsse. Lane sehe dies als derzeit begrenztes Thema. Die EZB habe vor einiger Zeit angekündigt, die möglichen Auswirkungen der Krise im Roten Meer auf die Teuerungsrate genau zu untersuchen.

Die Inflation im Euroraum schwäche sich weiter leicht ab. Nach der von Eurostat veröffentlichten vorläufigen Schätzung für Januar sei die Teuerung, gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex von 2,9% auf 2,8% Y/Y zurückgegangen. Die Kernrate, ohne Energie, Lebensmittel und Tabak, sei ebenfalls leicht von 3,4% auf 3,3% Y/Y gefallen. Insgesamt lägen die Zahlen im Bereich des Erwarteten. Dabei stelle sich Situation wenig übersichtlich dar. Zu bedenken sei, dass die Basiseffekte aus den Energiepreisen in den kommenden Monaten verschwindenden würden. Gleichzeitig dürfte der Zentralbank die Teuerung bei den Dienstleistungen nicht gefallen. Aus den gestrigen Zahlen lasse sich also nicht ablesen, dass es zu vorzeitigen Zinssenkungen kommen werde.

Nach der FOMC-Sitzung stünden heute sicherlich vor allem die aktuellen Angaben zur Beschäftigungssituation in den USA als krönender Abschluss einer eher turbulenten Woche im Blickfeld der Märkte. Nach den Daten des Personaldienstleisters ADP sollte man nicht zu optimistisch sein. Es dürfte also eher weniger erfreuliche Nachrichten geben. Allerdings sollte der Gegenwind für den US-Arbeitsmarkt wohl noch nicht stark genug sein, um bei der FED bereits am aktuellen Rand einen spürbaren Druck aufzubauen, der die Notenbanker in Washington dann zu sehr zügigen Leitzinssenkungen zwingen würde. Klar sei aber auch, dass die FED Funds Target Rate perspektivisch sehr wahrscheinlich verringert werden müsse. (02.02.2024/alc/a/a)