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Rendite zehnjähriger Bunds auf 1,89% gefallen


22.09.22 08:45
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Nachricht von der Teilmobilisierung in Russland veranlasste die Anleger, wieder verstärkt deutsche Staatsanleihen zu kaufen, die als sicher gelten, so die Analysten der Nord LB.

Im Gegenzug sei die Rendite zehnjähriger Bunds auf 1,89% gefallen. Auch US-Treasuries seien vermehrt nachgefragt worden und hätten somit von der herrschenden Unsicherheit profitiert.

Die FED habe gestern erwartungsgemäß die Federal Funds Target Rate auf 3,25% angehoben. Dieser "Jumbo" Zinsschritt um 75bp sei bereits der dritte in Folge. An den Märkten sei zuvor sogar über einen 100bp Schritt spekuliert worden. Die FED erwarte bis zum Jahresende einen Leitzins von 4,4%, im Juni seien die Notenbänker noch von 3,4% ausgegangen. Für 2023 werde zum Jahresende 4,6% prognostiziert. FED-Chef Jerome Powell habe zudem betont, der Arbeitsmarkt sei überhitzt, da es zu viel Nachfrage nach Arbeitskräften und zu wenig verfügbare Arbeitskräfte gäbe. Die FED erwarte für 2023 einen Anstieg der Arbeitslosenquote auf 4,4% (Juni: 3,9%). Im Kontrast dazu habe die Bank of Japan ihre Leitzinsen unverändert gelassen.

Nach den Zinsentscheidungen der Federal Reserve gestern Abend und der BoJ heute früh stünden nun im weiteren Verlauf des Tages noch jene der SNB und der BoE an. Es sei damit zu rechnen, dass die SNB um 9:30 Uhr die Policy Rate um 75bp auf 0,50% anheben werde und damit den Negativbereich als eine der letzten Notenbanken verlasse, wohingegen die BoE um 13:00 Uhr als einer der Vorreiter unter den Notenbanken einen nochmaligen Zinsschritt um (mindestens) 50bp auf dann bereits 2,25% vornehmen werde. Während die Schweiz aber eine Inflationsrate von "nur" 3,5% aufweise, liege sie im Vereinigten Königreich bereits bei nahe 10%. Insofern sollte niemand überrascht sein, wenn auch die BoE einen Rate Hike um 75bp verkünden sollte.

Die Notenbanken seien weltweit in Alarmbereitschaft angesichts der rasenden Inflationsraten und der gleichzeitig in die Wege geleiteten staatlichen Auffangprojekte im Zuge der Energiepreiskrise. Die Kreditzinsen würden steigen und zusammen mit der Verunsicherung von Haushalten und Unternehmen die Wahrscheinlichkeiten von Rezessionen in den kommenden Quartalen. Es heiße wohl: "Anschnallen!" (22.09.2022/alc/a/a)