Positive Signale von der US-Inflation


15.11.22 08:45
DekaBank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Zur Abwechslung gab es in der vergangenen Börsenwoche einmal positive Meldungen bezüglich der Inflation, so die Analysten der DekaBank.

In den USA sei für den Monat Oktober "nur" eine Inflationsrate von 7,7% gemeldet worden. Das sei ein deutlich stärkerer Rückgang der Inflation als von den Marktteilnehmern erwartet gewesen. Dies habe Hoffnungen geschürt, dass endlich das Schlimmste bei der Inflation vorbei sein könnte. Dann hätten die Notenbanken den Spielraum, ihre Serie von Leitzinserhöhungen bald zu beenden, was Wirtschaft und Finanzmärkte unterstützen würde. Die Aktienmärkte in den USA wie auch in Europa habe diese Perspektive erfreut. In Deutschland habe es der DAX unmittelbar nach Veröffentlichung der US-Inflationsdaten zum ersten Mal seit Mitte des Jahres wieder über die Marke von 14.000 Punkten geschafft. Dagegen habe das politische Highlight in den USA wenig Widerhall an den Finanzmärkten gefunden. Zu Recht, denn das unerwartet gute Abschneiden der Demokraten bei den Zwischenwahlen in den USA habe wenig Auswirkungen auf die dortige Wirtschaftspolitik, von der ohnehin für die kommenden zwei Jahre nicht mehr viel an Neuem erwartet werde.

Damit hänge der weitere Verlauf der Kurse an den Aktien- und Rentenmärkten vorwiegend davon ab, wie die Notenbanken den weiteren Inflationsverlauf einschätzen würden. In dieser Woche gebe es noch einmal Verbraucherpreisdaten von mehreren Euro-Staaten. Diese würden jedoch nur eine Bestätigung der bereits gemeldeten Vorabschätzungen der Statistischen Ämter darstellen. Hiernach habe es bislang in Europa noch keine mit den USA vergleichbare Beruhigung bei der Inflation gegeben. Eine solche Beruhigung sollte sich jedoch den Analystenprognosen zufolge in den kommenden Monaten einstellen, denn insbesondere die Moderierung bei den Energiepreisen werde hierzulande inflationsdämpfend wirken. (Ausgabe vom 14.11.2022) (15.11.2022/alc/a/a)