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Polen: Realzins weiterhin stark negativ


13.09.22 09:45
Oberbank

Linz (www.anleihencheck.de) - Im Laufe der ersten beiden Quartale 2022 konnte der PLN (Polnischer Zloty) zum HUF (Ungarischer Forint) stets aufwerten, so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.

Der proaktivere Zugang der Polnischen Zentralbank (NBP) habe den Zloty zeitweilig zum CEE-Outperformer gemacht. Doch dieses Bild dürfte sich gedreht haben. Trotz einer Inflationsrate von über 16 Prozent, hätten die polnischen Zentralbanker ihren Leitzins letzte Woche um lediglich 25 Basispunkte auf nunmehr 6,75 Prozent erhöht. Zudem dürfte die Notenbank den Inflationsdruck weniger nachhaltig sehen als der allgemeine Konsens. Ein "Kleinreden" der Teuerung möchten die Analysten den Währungshütern an dieser Stelle aber per saldo nicht unterstellen.

Obwohl ein weiterer 25-Basispunkte-Zinsschritt im Oktober im Raum stehe, bleibe der Realzins weiterhin stark negativ - wie auch beim Ungarischen Forint. Die Zinserhöhungszyklen würden irgendwann in beiden Währungen ihr Ende finden müssen. Vor diesem Hintergrund beobachten wir mit Interesse, welche Notenbank aktiv voranschreitet und welche Währung das Rennen macht, so Oberbank. Zum Euro bestehe sowohl für den Zloty als auch für den HUF weiterhin Abwertungspotenzial. (13.09.2022/alc/a/a)