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Österreich ergreift Maßnahmen für grünere Zukunft - Erste grüne Anleihen emittiert


09.06.22 09:30
NN Investment Partners

Den Haag (www.anleihencheck.de) - Österreich hat im April sein Rahmenwerk für grüne Bundeswertpapiere veröffentlicht und am 24. Mai 2022 seine ersten grünen Anleihen im Wert von 4 Mrd. EUR emittiert, so die Experten von NN Investment Partners.

Mit seinem grünen Finanzierungsprogramm verpflichte sich Österreich zur Vermeidung von Doppelverwendungen: Die Ausgaben für Österreichs grüne Anleihen seien nur für diesen Zweck vorgesehen und würden sich nicht mit anderen grünen Finanzierungen überschneiden. Diese Zweckbindung sei sehr zu begrüßen, da es immer häufiger vorkomme, dass Staaten grüne Finanzmittel aus verschiedenen grünen Programmen erhalten würden.

Analog zu anderen staatlichen Green-Bonds-Emittenten werde Österreich den Großteil (über 70%) der Erlöse für saubere Verkehrsmittel verwenden. Gefolgt von Projekten in den Bereichen Energieeffizienz und nachhaltiges Wasser- und Abwassermanagement. Erneuerbare Energien, ökologisch nachhaltige Bewirtschaftung lebender natürlicher Ressourcen und Landnutzung, Vermeidung und Kontrolle von Umweltverschmutzung, terrestrische und aquatische Biodiversität sowie Anpassung an den Klimawandel seien ebenfalls Teil der förderfähigen grünen Ausgaben, würden aber zusammen nur etwa 10% ausmachen.

Österreichs sauberer Verkehr umfasse viele Kategorien, darunter Schienenpersonen- und -güterverkehr, öffentliche Nahverkehrsnetze, Ladeinfrastruktur und Fahrradverkehr. Wenn der Schienengüterverkehr in die Allokation einbezogen werde, würden die Experten von NN Investment Partners vom Emittenten in der Regel eine Bestätigung erwarten, dass die Schiene nicht (zu mehr als 10%) für den Transport fossiler Brennstoffe eingesetzt werde. Daher würden sie sich die Experten von NN Investment Partners über den Nachweis Österreichs freuen, dass etwa 10% des nationalen Güterverkehrs auf fossile Brennstoffe zurückzuführen seien. Dies liege innerhalb ihres Schwellenwerts und sei somit eine förderfähige Kategorie für ihnen.

Kaili Mao, Green Bonds Analyst bei NN Investment Partners, sage: "Obwohl die meisten förderfähigen grünen Kategorien unsere Green-Bond-Bewertungsmethodik bestanden haben, gibt es immer noch Aktivitäten, bei denen wir einige Bedenken haben. In der Kategorie Energieeffizienz ist das holzbefeuerte Zentralheizungssystem, das Öl- und Gaskessel ersetzt, Teil der Allokation. Zwar ist das Heizen mit Biomasse im Vergleich zu Gas- und Ölkesseln mit geringeren CO2-Emissionen verbunden, aber wir fordern dennoch, dass der Rohstoff die Kohlenstoffsenke nicht ausschöpft oder mit Nahrungsquellen konkurriert. Daher würde ein Heizsystem auf Basis von Frischholz nicht als förderfähig angesehen werden. Außerdem würden wir eine FSC- oder PEFC-Zertifizierung für die nachhaltige Waldbewirtschaftung und die Prüfung des Klimaschutzes für die Infrastrukturen zur Anpassung an den Klimawandel bevorzugen, die im derzeitigen österreichischen Regelwerk nicht vorgeschrieben sind."

Mao weiter: "Auch wenn es innerhalb der österreichischen Vorschriften immer noch Kategorien gibt, die unsere internen Kriterien nicht erfüllen, werden diese Kategorien bei der Verwendung der Erlöse wahrscheinlich nur einen kleinen Teil ausmachen. Da Österreich als staatlicher Emittent auch unsere Prüfung auf Emittentenebene bestanden hat, haben wir der ersten österreichischen Green-Bonds-Emission als Vertrauensvorschuss ein grünes Siegel verliehen." (09.06.2022/alc/a/a)