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Notenbankentscheidungen im Fokus


22.09.22 09:15
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die US-Notenbank hat das Leitzinsband um 75 Bp auf 3,00 bis 3,25% erhöht und wegen der hartnäckig hohen Inflation weitere Schritte in Aussicht gestellt, so die Analysten der Helaba.

Entsprechend seien auch die Leitzinsprojektionen der FOMC-Mitglieder deutlich nach oben angepasst worden. Zum Ende dieses Jahres werde ein Leitzins von im Mittel 4,4% für angemessen erachtet, Ende 2023 von 4,6%. Die Zinserwartungen hätten sich mit der FOMC-Entscheidung, den neuen Projektionen und den Äußerungen von FED-Chef Powell etwas verstärkt und der Zinsgipfel werde nun im zweiten Quartals 2023 bei etwa 4,65% gesehen.

Heute gebe es weitere Notenbanksitzungen. Weniger spektakulär als die US-Notenbank habe die Bank von Japan bereits entschieden, an der ultralockeren Geldpolitik unverändert festhalten zu wollen. Die Kritik daran werde aber lauter, denn auch in Japan würden die Verbraucherpreise steigen, wenn auch deutlich weniger ausgeprägt als in anderen Volkswirtschaften. Indes dürfte die Schweizerische Nationalbank den Zinserhöhungszyklus fortsetzen und kräftig an der Zinsschraube drehen, wobei auch 75 Basispunkte nicht auszuschließen seien, - ebenso die Bank von England, die wegen der Trauerphase um Queen Elisabeth II erst heute über das Leitzinsniveau entscheide. Eine Erhöhung um 50 Bp auf 2,25% in Großbritannien scheine nahezu sicher. Zwar sei die Inflation im August überraschend gesunken, sie liege aber mit 9,9% weit oberhalb des Zielwertes.

Auch vonseiten der Europäischen Zentralbank seien weitere Schritte zu erwarten. Zuletzt seien es Lagarde und de Guindos gewesen, die sich dafür ausgesprochen hätten. Dabei könnte das neurale Niveau überschritten werden. (22.09.2022/alc/a/a)