Nähern wir uns dem Gipfel der weltweiten Inflation? Inverse Zinsstruktur!


01.08.22 08:45
fairesearch

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Alle Welt stöhnt über die unerträglich hohen Inflationsraten, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".

Sie seien sehr stark gestiegen, weil die wichtigsten Zentralbanken viel zu lange eine ultra-expansive Geldpolitik durchgehalten hätten, der Krieg in der Ukraine Energie- und Nahrungsmittelpreise hochgetrieben habe und die Globalisierung der Märkte zu Lieferengpässen geführt habe, im Juni in den USA um 9,0%, in der Eurozone um 9,6%, in Deutschland um 7,5%, in der Schweiz um 2,8%.

Die Notenbanken hätten den Ernst der Lage längst erfasst und einen Weg zur Normalisierung der Zinsstrukturkurve eingeleitet, wenn auch zu spät und bisher zu wenig. Trotz Erhöhung der Leitzinsen in den USA auf 2,5% und in der Eurozone auf 0,75% sei die Geldpolitik zu expansiv. Die Ankündigung weiterer Erhöhungen kündige eine inverse Zinsstruktur an. Dann würden die Geldmarktzinsen größer als die Rentenrenditen. Institute, die kurzfristige Mittel langfristig ausgeliehen hätten, hätten das Nachsehen.

Viele Regierungen würden alle Anstrengungen unternehmen, um dem Klimawandel entgegenzutreten und würden sich auf erneuerbare Energien konzentrieren. Doch das sei teuer und dauere lange. Mehrere supranationale Institutionen würden versuchen, der weltweiten Hungersnot Einhalt zu gebieten. Die Erdbevölkerung umfasse aber bereits unglaubliche 8 Milliarden Menschen.

Die Bemühungen würden dazu führen, dass die Inflationsentwicklung keine Einbahnstraße sei, sondern ein Gipfel erreicht werde. Nur könne niemand voraussagen, wann und wo genau dieser Gipfel sein werde.

Die Preiserhöhungen hätten sich in jüngster Zeit etwas abgeschwächt und würden Hoffnungen wecken, dass der Inflationsgipfel erreicht oder nicht mehr weit entfernt sei. Die Renditeentwicklung der 10-jährigen Treasuries spiegele diese Hoffnungen wider.

Die neuesten Konjunkturumfragen von ifo würden im Juli einen Index-Stand zeigen, der für den Herbst für die deutsche Volkswirtschaft nichts Gutes erwarten lasse. Die gesamte Erholung der letzten 2 Jahre gehe wieder verloren. In diesem Umfeld sei ein Nachgeben der Inflations- raten durchaus möglich. Doch sollten die Erwartungen diesbezüglich nicht zu hoch angesetzt werden. Die Teuerungsraten, die der Konsumebene zeitlich vorauseilen würden, seien immer noch zu hoch. Nach einer "Faustformel" der Analysten dauere es mindestens ein Jahr, bis sich die Entwicklung der Rohstoffpreise bis zu den Konsumentenpreisen durcharbeite. Die EZB werde daher ebenso wie die FED die Zinserhöhungen fortsetzen, bis sich die Inflationsraten deutlicher zurückgebildet hätten.

Die Finanzmärkte würden derzeit weit in eine noch allzu ungewisse Zukunft blicken. Es drohe eine inverse Zinsstruktur. Lange Renditen kleiner als Geldmarktzinsen. Der Aktienmarkt habe trotz enttäuschender Performance seit Jahresanfang eine mögliche Rezession noch nicht ganz antizipiert. Ausnahme seien vielversprechende Investitionen in erneuerbare Energien. Gold sei die älteste weltweit akzeptierte Währung. (Ausgabe vom 31.07.2022) (01.08.2022/alc/a/a)





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