Liquidität: Kampf gegen die Inflation


05.08.22 09:45
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die US-Notenbank FED hat die Leitzinsen kräftig angehoben, möchte künftig aber flexibel je nach Datenlage agieren, so die Analysten von Postbank Research.

Darauf verzichte künftig auch die EZB, die ebenfalls die Geldpolitik deutlich straffe.

Die FED habe im Juli erneut die Leitzinsen um 75 Basispunkte angehoben. Mit einer Spanne von 2,25% bis 2,75% sei der Leitzinskorridor nun auf das Niveau vor Beginn der Pandemie zurückgekehrt. Die Entscheidung sei von den Marktakteuren überwiegend erwartet worden - sie habe deshalb insbesondere der Ausblick interessiert, den FED-Chef Jerome Powell anschließend gegeben habe. Zwar habe Powell die Bereitschaft der US-Notenbank wiederholt, rigoros gegen die hohen Inflationsraten vorzugehen. Künftige Zinsschritte dürften aber voraussichtlich kleiner ausfallen. Wie die Europäische Zentralbank (EZB) wolle nun auch die FED die Lage von Sitzung zu Sitzung neu bewerten.

Wie erwartet habe die EZB im Juli die Leitzinswende gestartet - und dabei überraschend deutlich alle drei Leitzinssätze um jeweils 50 Basispunkte angehoben: Den Einlagesatz auf 0%, den Hauptrefinanzierungssatz auf 0,5% und die Spitzenrefinanzierungsfazilität auf 0,75%. Die Währungshüter würden sich offenbar auf die Bekämpfung der hohen Inflationsraten fokussieren. Im Gegensatz zu früheren Sitzungen habe die EZB diesmal keine Hinweise auf den künftigen Zinspfad gegeben, sie wolle von Fall zu Fall entscheiden. Außerdem habe die EZB das neue Antifragmentierungs-Instrument vorgestellt, das ein Auseinanderlaufen der Renditen europäischer Staatsanleihen verhindern solle, falls die Transmission der Geldpolitik gefährdet sei. Das Transmission Protection Instrument (TPI) sei an zahlreiche Bedingungen geknüpft. (Ausgabe Kapitalmarktausblick August 2022) (05.08.2022/alc/a/a)




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