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Liquidität: Geringeres geldpolitisches Tempo - aber keine Entwarnung


12.01.23 09:53
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat im Dezember 2022 ihre Leitzinsen um 50 Basispunkte angehoben - der Einlagezinssatz beträgt nun 2%, so die Analysten von Postbank Research.

Auf den beiden Sitzungen zuvor seien die Erhöhungen mit je 75 Basispunkten höher ausgefallen. Da die EZB-Inflationserwartung selbst für 2025 mit 2,3% oberhalb des anvisierten Ziels von 2% liege, seien bereits weitere Zinsschritte in Aussicht gestellt worden. Außerdem möchten die Währungshüter ab März damit beginnen, einen Teil der auslaufenden Anleihen, die unter dem Asset Purchase Programme (APP) in den vergangenen Jahren erworben worden seien, nicht wieder zu reinvestieren. Die auslaufende Unterstützung dürfte am Anleihemarkt in den kommenden Monaten tendenziell zu steigenden Renditen führen.

Ebenfalls im Dezember habe die US-Notenbank Federal Reserve (FED) den Fuß vom Gaspedal genommen. Nach vier Leitzinserhöhungen um jeweils 75 Basispunkte hätten die Mitglieder des Offenmarktausschusses (FOMC) im Dezember beschlossen, den Leitzinskorridor um 50 Basispunkte auf 4,25 bis 4,50% anzuheben. Die FED-Offiziellen sähen trotz rückläufiger Inflationsraten auch für 2023 Handlungsbedarf. Ihrer Einschätzung nach werde bei schwächerem Wachstum und höherer Arbeitslosigkeit die Kerninflationsrate (ohne Lebensmittel- und Energiepreise) Ende 2023 noch bei 3,5% liegen. Die Währungshüter würden prognostizieren, dass die Leitzinsen Ende des Jahres im Durchschnitt bei 5,1% liegen würden - 0,54%-Punkte über den aktuellen Markterwartungen. (Kapitalmarktausblick Januar 2023) (12.01.2023/alc/a/a)