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Langsamere Zinserhöhung der EZB im März möglich


18.01.23 13:34
XTB

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Bloomberg-Berichten zufolge könnte die Europäische Zentralbank eine langsamere Zinserhöhung im März in Erwägung ziehen, was ein langsameres Tempo bedeuten würde als von EZB-Präsidentin Christine Lagarde im Dezember angedeutet, so die Experten von XTB.

Während eine Anhebung um 50 Basispunkte im Februar das Basisszenario bleibe, seien die Chancen für eine Anhebung um 25 Basispunkte im März gestiegen. Die Revision der VPI-Inflation in der Eurozone sei unverändert bei 9,2% geblieben, obwohl die monatliche Rückgangsrate mit -0,4% höher als erwartet ausgefallen sei, gegenüber -0,3% und -0,1% zuvor.

EU-Handelskommissar Vladis Dombrovskisk habe sich heute zu den wirtschaftlichen Aussichten für die Europäische Union geäußert. Seiner Ansicht nach könnte die EU sogar eine technische Rezession vermeiden, und das Schrumpfungstempo der EU-Wirtschaft sei viel geringer als erwartet. Auch Francois Villeroy von der EZB habe sich heute zur Wirtschaftslage in der Eurozone geäußert:

Das Tempo der Zinserhöhungen werde in diesem Jahr wahrscheinlich geringer ausfallen, aber die EZB werde die Geldpolitik weiter straffen. Die Wirtschaft dürfte in diesem Jahr eine Rezession vermeiden, und die Verbrauchertätigkeit bleibe höher als erwartet. Die Bank werde bei den Zinssätzen und der Geldpolitik pragmatisch" bleiben.

Gouverneurin Lagarde halte an ihrer Prognose von 50 Basispunkten im Februar fest. Die EZB werde die Zinsen so lange wie nötig hoch halten. Ein Höchststand der Zinssätze werde wahrscheinlich im Sommer dieses Jahres erreicht.

Die EZB werde die Inflation bis Ende 2024 oder 2025 mit einem Höchststand in der ersten Hälfte des Jahres 2023 wieder auf das Zielniveau bringen. Villeroy habe darauf hingewiesen, dass er derzeit keine Risiken sehe, die zu einem sehr hohen Zinsniveau führen könnten.

Die optimistischeren Aussichten für die Eurozone würden für eine Erholung des EUR/USD sorgen. Das Währungspaar nähere sich der Marke von 1,09, deren Überwindung einen stärkeren Aufwärtstrend bedeuten könnte.

Der Euro gewinne gegenüber dem US-Dollar an Wert und könnte den entscheidenden Widerstand durchbrechen. Die Durchschnittswerte SMA200 und SMA100 hätten eine "Golden Cross"-Formation gebildet, die zuvor die Bullen begünstigt und auf einen Nachfragevorteil hingedeutet habe. Wenn das Angebot EUR/USD in der Nähe von 1,085 halte, könnte es zu einer Korrektur in Richtung 1,077 kommen, die die jüngsten Tiefststände markiere. (18.01.2023/alc/a/a)