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Konsequente US-Notenbank


08.11.22 08:50
DekaBank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - War das ein Auf und Ab in der vergangenen Woche: Anfänglich hatte der DAX noch seine Gewinne aus der Vorwoche ausgebaut, rutschte dann zur Wochenmitte ab und startete schließlich noch einmal fulminant ins Wochenende, so die Analysten der DekaBank.

Der Grund sei symptomatisch für das Börsengeschehen in diesem Jahr. Das Wohl und Wehe an den Aktienmärkten werde durch die Notenbanken bestimmt. Deren Geldpolitik sei nämlich eng mit der kurzfristigen Attraktivität von Aktien verbunden. Zinsanstiege würden Anlagemöglichkeiten wie etwa Anleihen relativ zu Aktien attraktiver machen.

Gleichzeitig würden steigende Zinsen über die damit verbundenen höheren Kosten sowie die geringeren Absatzerwartungen eine Belastung für die Unternehmen darstellen. Die kräftige Aufwärtsbewegung der Aktienkurse am Freitag sei dabei angesichts der starken US-Arbeitsmarktdaten und der mit ihnen verbundenen nochmals größeren Leitzinserhöhungsrisiken für die US-Notenbank FED nicht unbedingt naheliegend gewesen. Doch die Märkte hätten wohl noch "Schlimmeres" erwartet und deshalb am Ende mit Erleichterung reagiert.

So bleibe also weiterhin die Hoffnung, dass das Gröbste in Sachen Zinserhöhungen vorbei sei. Diese Hoffnung habe für den deutlichen Aktienkursanstieg im Oktober gesorgt, im Zuge dessen der DAX im Monatsverlauf mehr als 10% hinzugewonnen habe. Das sei zweifelsohne noch nicht die Wende zu einem neuen Aufwärtstrend gewesen. Denn schon am Mittwoch habe die US-Notenbank die Märkte erneut mit ihrer konsequenten Fortsetzung der Inflationsbekämpfung in Form einer Leitzinserhöhung um 75 Basispunkte verbunden mit Aussagen ernüchtert, dass es wohl insgesamt höher gehen würde, als der Markt bislang glaube. Das schaffe kurzfristig hohe Unsicherheit an den Märkten. Wer allerdings einen etwas längeren Atem habe, der könne derzeit Aktien zu günstigen Kursen einsammeln. (Ausgabe vom 07.11.2022) (08.11.2022/alc/a/a)