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Kommentar zur anstehenden FED-Sitzung: Notenbanken mit vorerst finalen großen Schritten


19.09.22 16:15
nordIX AG

Hamburg (www.anleihencheck.de) - Die US-Notenbank Federal Reserve dürfte neben weiteren Notenbanken auf der kommenden Sitzung diese Woche zum nächsten großen Zinssprung ansetzen, so Jens Franck, Leiter Portfoliomanagement bei dem Hamburger Fixed Income-Spezialisten nordIX AG.

Nach Einschätzung von Franck werde die FED den US-Leitzins um weitere 75 Basispunkte auf 3,25 Prozent anheben. Dieser Zinsschritt sei bereits vollständig eingepreist.

Einzelne Stimmen würden nach den überraschend hohen Inflationszahlen von letzter Woche sogar einen Zinsschritt von 100 Basispunkten sehen. Das entspreche nicht der Erwartungshaltung von Franck. Anders als in der Eurozone würden auf Swaps basierende Realrenditen je nach Assetklasse und Laufzeit im positiven Bereich handeln. Somit finde in den US-Zinsen inzwischen eine Kompensation für Inflation statt. FED-Chair Powell werde wahrscheinlich trotz der latent vorhandenen Inflationsgefahren die Erwartungshaltungen an weitere straffende Maßnahmen auf der jetzigen und den folgenden Sitzungen verbal dämpfen. Rückenwind bekomme diese etwas weniger aggressive Grundhaltung durch abnehmende inflationstreibende Faktoren wie z.B. niedrigere Container-Frachtraten, weniger gestörte Lieferketten, sinkende Erdölpreise und abnehmende Preise für konjunktursensitive Industriemetalle wie z.B. Kupfer. Ebenso seien bis jetzt keine nachhaltigen Zweitrundeneffekte erkennbar.

Ganz entscheidend würden die offenen und versteckten Aussagen bei der Pressekonferenz sein. Hier werde Powell die Akzente einer im "Driver-Seat" stehenden Notenbank weiter auf eine klare und für die Märkte nachvollziehbare Kommunikation setzen. (19.09.2022/alc/a/a)