Erweiterte Funktionen

Japanische Notenbank macht einen ersten vorsichtigen Schritt


11.01.23 09:15
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Stimmungsdaten aus Japan liefern ein gemischtes Bild, so die Analysten von Postbank Research.

Der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor verharre noch im expansiven Bereich, während derjenige der Industrie im Dezember mit 48,9 Punkten im Bereich angekommen sei, der eine - wenn auch nur moderat - schrumpfende Aktivität anzeige.

Die Inflationsrate sei im Dezember auf ein 40-Jahres-Hoch bei 3,8 Prozent gestiegen. Auch die Kerninflation sei mit 2,8 Prozent auf ein ungewohnt hohes Niveau geklettert. Die bis Dezember anhaltende Abwertung des Japanischen Yen dürfte hier eine Rolle gespielt haben.

Die Bank of Japan habe die Marktakteure am 20. Dezember überrascht, indem sie die Zielzone der Renditen zehnjähriger Staatsanleihen (JGBs) von -0,25/+0,25 Prozent auf -0,50/+0,50 Prozent ausgeweitet habe. De facto verbleibe der Leitzins zwar dennoch weiter bei -0,10 Prozent. Die Märkte hätten die leichte Zurücknahme der Lockerung der Geldpolitik jedoch zum Anlass genommen, weitere Schritte für 2023 nicht mehr auszuschließen - obgleich die Bank of Japan nun mehr Anleihen pro Monat ankaufe, als zuvor. Mit dem bevorstehenden Wechsel an der Notenbankspitze im April dürfte sich die Geldpolitik vielleicht nicht grundlegend, aber zumindest graduell ändern.

Die Rendite zehnjähriger JGBs habe vor der Notenbanksitzung mehrfach den oberen Rand des Toleranz-Bandes bei 0,25 Prozent getestet und liege aktuell bei 0,45 Prozent. In sechs Monaten könnte sie weiterhin dort verharren - mit der Möglichkeit eines Anstiegs, falls die Notenbank weitere Schritte vornehme. (Zinsbulletin Januar 2023) (11.01.2023/alc/a/a)