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Japan schwimmt gegen den Strom


09.09.22 11:45
Oberbank

Linz (www.anleihencheck.de) - Während alle großen Notenbanken der Inflation den Kampf angesagt haben und den Leitzins kontinuierlich anheben, bleibt die Bank of Japan (Notenbank Japans) gelassen. Warum, fragt Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.

Japan kämpfe seit Jahren eher mit einer Deflation und selbst heute sei der Preisdruck mit +2,6% (Augustwert) sehr überschaubar. Die Kerninflation (ohne Energie und Nahrungsmittel) sei bei lediglich 1,2%. Das Steuern der Zinskurve über den Kauf von Staatsanleihen habe die Welt von Japan gelernt. Während die großen Notenbanken ihre Anleihekaufprogramme beenden würden bzw. schon beendet hätten, kaufe Japan munter weiter. Das mache die Bank of Japan im Wesentlichen aus zwei Gründen.

Zum einen habe man wegen der moderaten Inflation keinen Druck die Strategie zu ändern. Zum anderen drohe eine globale Wachstumsverlangsamung. Warum also die Wirtschaft mit steigenden Zinsen unnötig belasten? Was mache den JPY bei dieser vorausschauenden Wirtschaftspolitik so schwach? In den letzten Monaten zähle am Devisenmarkt vordergründig der Kampf gegen die Inflation oder anders formuliert: Steigende Zinsen würden Kapital anziehen und eine Währung stärken. Was zum Beispiel aktuell beim US-Dollar der Fall sei.

Der JPY sei bei dieser vorsichten Wirtschaftspolitik der Verlierer am Währungsmarkt. Dennoch habe die Medaille zwei Seiten für den JPY. Japan profitiere als Exportland von einem schwachen JPY. Die Energieimporte würden aber dadurch teurer. Bleibe Japan nur zu wünschen, dass die, hoffentlich, steigenden Exporterlöse die teuren Energieimporte ausgleichen könnten. (09.09.2022/alc/a/a)