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Japan: Auch bei der letzten expansiven Zentralbank scheint sich eine Wende abzuzeichnen


10.01.23 10:15
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die Bank of Japan (BoJ) sorgte am 20. Dezember für eine Überraschung, indem sie ihre ultralockere Politik der Steuerung der Renditekurve, die die Anleihemärkte in den letzten Jahren gestützt hat, leicht änderte, so die Analysten von Postbank Research.

Dieser Schritt, der als potenzielle Abkehr von der ultralockeren Geldpolitik angesehen werde, habe zu einem sprunghaften Anstieg des Yen und einem Einbruch bei Staatsanleihen sowie zu Kursverlusten bei internationalen Anleihen und Aktien geführt.

Die BoJ habe zwar erklärt, dass die Entscheidung, die Renditespanne 10-jähriger Anleihen von +-0,25% auf +-0,5% auszuweiten, mit dem Funktionieren des Marktes zusammenhänge, und betont, dass es sich nicht um eine Zinserhöhung handele, doch sei dieser Schritt mit einer Erhöhung der Anleihekäufe von 7,3 Mrd. JPY auf 9 Mrd. JPY pro Monat einhergegangen. Mögliche Gründe für den Zeitpunkt der Änderung der Zinskurvenkontrolle seien eine bevorstehende personelle Umbildung in der BoJ, niedrigere globale Renditen in den letzten Wochen und ruhigere Märkte aufgrund der Weihnachtsfeiertage.

Durch eine straffere Geldpolitik der BoJ würde einer der letzten globalen Ankerpunkte wegfallen, die dazu beigetragen hätten, die Kreditkosten auf einem weitgehend niedrigen Niveau zu halten. (Ausgabe vom 09.01.2023) (10.01.2023/alc/a/a)